Samil Eligür wurde Opfer einer 44-Jährigen

Action-Held wider Willen: Mann absichtlich angefahren

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Ohne ernste Verletzungen davongekommen: Samil Eligür ist auf der Rudolf-Schwander-Straße bewusst von einer Unfallfahrerin angefahren worden und hat einen filmreifen Ritt auf der Motorhaube hinter sich.

Kassel. Wenn Samil Eligür das, was ihm am Donnerstagabend passiert ist, im Fernsehen gesehen hätte, er hätte es für einen ziemlich guten Actionfilm gehalten. Der 24-Jährige aus Kassel ist auf der Rudolf-Schwander-Straße absichtlich von einer Autofahrerin angefahren worden.

Die 44-Jährige, die noch am selben Abend von der Polizei gefasst wurde, war dem jungen Mann zuvor - gegen 22.30 Uhr - während der Fahrt hinten auf sein Auto gefahren.

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Samil Eligür stieg aus seinem Wagen, der an der Stoßstange beschädigt war, um mit der Unfallverursacherin zu reden. Da habe die Frau Gas gegeben und sei frontal auf ihn zugefahren, erzählt der junge Mann, der beim BC Sport Fußballer ist. Er wurde auf den Wagen geschleudert. Nur indem er sich auf der Motorhaube festhielt, habe er sich retten können. „Das war wie im Film.“ Um ihren unfreiwilligen Passagier abzuwerfen, fuhr die Frau rasante Schlagenlinien und trat in die Bremsen. „Zum Glück haben das alles Zeugen beobachtet“, sagt Samil Eligür, „sonst hätte mir das niemand geglaubt.“

Während er sich an der Motorhaube festkrallte, habe er der Frau ins Gesicht gesehen. „Sie war etwas mollig und hatte eine Brille.“ Wäre er ihr auf der Straße begegnet, sagt der 24-Jährige, hätte er nie gedacht, zu was diese Frau fähig sein könnte. Nach etwa 50 Metern der rasanten Fahrt gelang es ihm, sich zu retten. „Ich habe mich mit voller Kraft zur Seite gestoßen.“ Er kam auf den Knien auf und verletzte sich dabei leicht. Auch der Arm ist geprellt und gezerrt von dem Kraftakt auf der Motorhaube. Jetzt ist Eligür, der bei einer Autovermietung arbeitet, vorerst krankgeschrieben.

„Die Frau hat Glück gehabt, dass ich so sportlich bin“, sagt der Fußballer, „sonst hätte noch viel mehr passieren können.“ Er hätte vor das fahrende Auto rutschen können. Dann wäre er wohl überfahren worden. Ein Zeuge habe die Frau, die in ihrem Auto einfach davonfuhr, verfolgt und das Kennzeichen notiert, sagt Eligür. Kurz darauf entdeckte eine Polizeistreife den Wagen vor einer Kneipe an der Korbacher Straße.

Dort saß die 44-Jährige im Schankraum, berichtet Polizeisprecher Michal Lange. Sie gab zu, dass sie am Steuer des Wagens gesessen habe. Ein Atemalkoholtest bei ihr ergab 1,68 Promille. Daraufhin musste die Kasselerin mit aufs Revier zur Blutentnahme. Ihren Führerschein zogen die Beamten ein. Gegen die Frau laufen laut Lange nun Ermittlungsverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung, gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr, Alkohol am Steuer und Unfallflucht.

Samil Eligür ist froh, dass ihm nichts Schlimmeres passiert ist. Er kann den schockierenden Vorfall schon mit Humor nehmen. In der Verwandtschaft sei sein neuer Spitzname jetzt Stuntman. „Ich warte auf Anrufe aus Hollywood“, scherzt er. „Eine Hauptrolle wäre nicht schlecht.“

Von Katja Rudolph

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