Manipulation bei den Noten?

Autohöfe zweifeln ADAC-Test an - Falsches Ergebnis für Lohfeldener Rüssel?

Lohfelden/München. Vor dem Hintergrund der Berichte über Manipulationen beim Autopreis „Gelber Engel“ zweifelt die Vereinigung deutscher Autohöfe (Veda) die Neutralität des ADAC bei seinen Raststättentests an. Auch das Ergebnis für die Anlage am Lohfeldener Rüssel wird in Frage gestellt.

Möglicherweise habe der Münchner Automobilclub bei seinem Raststättentest 2013 die Ergebnisse manipuliert, heißt es. Konkret geht es um den SVG-Autohof Lohfeldener Rüssel, der 2009 als einer der modernsten in Europa eröffnet wurde. Der ADAC kürte ihn zwar als besten Autohof 2013, in der Gesamtwertung aller Rastanlagen setzten die Münchner die Lohfeldener Einrichtung allerdings auf Platz 3.

Merkwürdig findet dies SVG-Geschäftsführer Martin Staudt (Frankfurt), Eigentümer der Lohfeldener Anlage. Denn der ADAC habe sich bereits für die Abschlusspräsentation des Gesamtwettbewerbs in Lohfelden angemeldet gehabt, dies dann aber abgesagt. Üblicherweise finde die Präsentation beim Sieger statt.

Punktabzüge gab es bei dem Test etwa für die Hygienezustände der Toilettenanlage am Rüssel, obwohl die Toiletten laut Veda hervorragend ausgestattet seien – standardmäßig mit einem Desinfektionsgel. „Man fragt sich, ob da alles mit rechten Dingen zugeht“, sagte Staudt der HNA.

Negativ bewertet wurde auch das angebliche Fehlen einer automatischen Behindertentür. „Die Automatiktür gibt es aber, die wurde beim Test nur übersehen“, so Veda-Geschäftsführer Herbert Quabach.

Die Testkriterien seien nicht nachvollziehbar, meinte Veda-Vorstand Alexander Ruscheinsky zur HNA. So würden die Spritpreise überhaupt nicht bewertet, bei denen die Autohöfe viel günstiger seien. Der ADAC sei nicht neutral, sondern habe Werbeverträge mit „Tank und Rast“ und gewähre seinen Mitgliedern hier Preisvorteile. „Das beeinflusst möglicherweise die Neutralität“, so Ruscheinsky. 

Von Holger Schindler

Rubriklistenbild: © Westfälischer Anzeiger

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