Regionalexpress ist dann Alternative 

Für Pendler kann das teuer werden: Auf der Bahnstrecke Kassel-Marburg fährt bald ein ICE

+
Kassel-Marburg-Frankfurt: Bahn wechselt zu ICE.

Änderung bei der Bahn: Die Route von Hamburg nach Karlsruhe, die auch über Kassel und Marburg nach Süden führt, soll künftig mit ICE-Zügen statt IC-Zügen bedient werden.  

Zum Fahrplanwechsel am 9. Dezember werden mehrere hessische Städte zum ICE-Halt, darunter Wabern und Treysa (beide Schwalm-Eder-Kreis). Denn die Deutsche Bahn stellt auf der Linie 26 zwischen Hamburg bzw. Stralsund und Karlsruhe - und damit auch zwischen Kassel, Marburg und Frankfurt - von IC-Zügen auf ICE-Züge um. Was das für bisherige IC-Pendler zwischen Nord- und Südhessen bedeutet, beantworten wir hier:

Was genau ändert sich auf der Strecke?

Zwischen Kassel und Frankfurt fahren künftig sieben Zugpaare als ICE und eine verbleibende Verbindung als IC. Das heißt: Wer regelmäßig auf dieser Strecke im IC unterwegs ist, wird sich entscheiden müssen: entweder bequemer und teurer im ICE reisen oder günstiger in weniger komfortablen Regionalzügen. Der Fahrtverlauf bleibt unverändert und auch der 2-Stunden Takt wird beibehalten – in Wabern ist der Zustieg zum ICE aber nur alle vier Stunden möglich. Und die Zahl der Fahrradstellplätze ist auch kleiner.

Welche Karten brauche ich als Pendler für den ICE?

Für die Nutzung der Züge der Linie 26 gelten ab dem Fahrplanwechsel die bundesweit einheitlich gültigen Konditionen für ICE-Züge. Sowohl für Flexpreis-Fahrkarten als auch für Zeitkarten ist eine ICE-Berechtigung zum dann aktuell gültigen Preis erforderlich. Fahrkarten des Nahverkehrs sowie der Verkehrsverbünde haben bundesweit keine Gültigkeit im ICE, so die Bahn.

Was ist, wenn man eine Streckenzeitkarte für den IC hat?

Man kann die Karte gegen einen Aufpreis in eine ICE-Streckenzeitkarte umwandeln. Für Kunden, die dies nicht wünschen, gilt ein Sonderkündigungsrecht.

Welche Alternativen hat man zum ICE? 

Alternativ kann man zum Beispiel mit dem RE 30 fahren, also einem Nahverkehrszug. Dafür kann man Verbundzeitkarten kaufen bzw. DB Nahverkehrs-Zeitkarten, wenn man die Verbundgrenzen überschreitet.

Linie 26: Statt IC-Züge fahren hier zukünftig ICE-Züge. Klicken Sie oben rechts auf das Kreuz, um die gesamte Grafik zu sehen. 

Was wird aus der IC-Aufpreisfahrkarte zum NVV-Ticket?

Der Aufpreis gilt nicht im ICE. Allerdings will die Bahn die IC-Aufpreiskarten bis zum 31. März 2019 im ICE anerkennen.

Warum gibt es keine Verbundzeitkarten mit dem ICE-Aufpreis?

Die Bahn argumentiert, dass die Auslastung der Züge im Fernverkehr hoch sei. Um Überbesetzungen und Qualitätseinbußen zu verhindern, gebe es diese Aufpreisform nicht.

Was hat man davon, in den teureren ICE zu wechseln?

Die Bahn argumentiert, moderne ICE-Züge böten neben mehr Komfort durch Ruhebereiche und Bordbistro auch kostenloses WLAN. Schneller ist man nicht unbedingt. Der RE braucht beispielsweise zwischen Treysa und Frankfurt zwischen 1:31 und 1:39 Stunden, der ICE zwischen 1:30 und 1:35 Stunden. Eine Monatskarte für den ICE kostet 356 Euro auf dieser Strecke, die Nahverkehrskarte 304 Euro.

Kann ich mit der ICE-Monatskarte auch den Nahverkehr nutzen?

Nur in Zügen der Deutschen Bahn (etwa S-Bahnen) – nicht aber in Bussen oder Straßenbahnen. Um diese benutzen zu können, ist eine Fernverkehrs-Ergänzungskarte nötig. Die kostet für Frankfurt 49,70 Euro. Mit einer ICE-Monatskarte von Treysa nach Frankfurt liegt man dann schon bei über 400 Euro im Monat. Eine Bahncard 100 kostet fürs ganze Jahr künftig 4395 Euro – inclusive Citytarif in 126 Städten, darunter Kassel und Frankfurt.

Gibt es Ausnahmen bei der ICE-Nutzung?

Studierende der Universität Marburg und der Evangelischen Hochschule Darmstadt dürfen, da sie in der Regel nicht zu Stoßzeiten unterwegs sind, mit dem Semesterticket zwischen Heidelberg und Kassel auch den ICE nutzen, so die Bahn. Das gilt aber nicht zwischen Kassel und Göttingen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.