Änderungen bei der Sparkasse: Was Kunden jetzt wissen sollten

Viele Kontoinhaber der Kasseler Sparkasse werden sich künftig keine Kontoauszüge mehr kostenfrei ausdrucken lassen können. Fragen und Antworten dazu, was sich für Sie ändert.

Über die Änderungen hatten wir bereits in einem Artikel an dieser Stelle berichtet. Aber wo liegen die Unterschiede zwischen Kontoauszügen in Papierform und im Internet? Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema.

Welche Sparkassenkunden können ab Januar noch Kontoauszüge am Drucker ziehen wie gewohnt?

Zum 1. Januar wird jeder Kunde in jenes der neuen Kontomodelle eingruppiert, das seinem bisherigen Vertrag am ähnlichsten ist. Wer künftig ein GiroKlassik- oder GiroKomfort-Konto hat, für den ändert sich bei den Kontoauszügen nichts - die Nutzung der Auszugsdrucker ist weiterhin kostenlos.

Kunden mit einem GiroOnline-Konto (bisher SB-Konto) aber erhalten am Drucker dann keine Auszüge mehr. Sie werden stattdessen im „elektronischen Postfach“ auf der Online-Banking-Seite der Sparkasse bereitgestellt.

Wie viele Konten sind davon betroffen?

Laut Kasseler Sparkasse etwa 50 000 von 130 000 Girokonten, für die ein Online-Banking-Vertrag besteht.

Wie sieht es rechtlich aus, wenn man seine Auszüge nur noch online bekommt?

!Für Privatkunden, also Verbraucher, sei die steuerrechtliche Anerkennung elektronischer Auszüge vom Finanzamt nach aktueller Rechtslage gewährleistet, sagt die Sparkasse. Für Geschäftsleute und andere buchführungspflichtige Kunden gelten besondere Anforderungen - hier rät das Institut, sich im Einzelfall zu informieren. In ihren Bedingungen sichert sich die Sparkasse ab: Der Ausdruck von Online-Kontoauszügen gelte „als Kopie und ist beweis- und steuerrechtlich einem Original nicht gleichgestellt“.

Wie lange stehen Auszüge im E-Postfach zur Verfügung?

!Bisher konnten Auszüge bis zu 12 Monate abgerufen und am eigenen Rechner dauerhaft gespeichert werden. Künftig sind die elektronischen Auszüge dauerhaft im E-Postfach abrufbar und müssen nicht mehr gespeichert werden. Die Auszüge gelten im E-Postfach als „rechtssicher zugestellt“. Für das Institut entfällt somit die Pflicht, längere Zeit nicht abgeholte Auszüge zuzusenden.

Viele Kunden haben ein Konto bei einer auswärtigen Sparkasse und nutzen die Drucker der Kasseler Sparkasse, um an ihre Auszüge zu kommen. Was ist mit denen?

Für sie ändert sich nichts - sofern sie bei ihrer Heimatsparkasse ein Kontomodell haben, das die Bereitstellung von Papierauszügen umfasst.

Was ist zu beachten, wenn mehrere Berechtigte Zugriff auf ein Gemeinschaftskonto haben? Wer kommt dann wie an die Auszüge?

!Das richtet sich danach, wer Zugriff auf das Online-Konto hat. Ist dieses Konto auf elektronische Auszüge eingestellt, können auch andere mit ihrer Bankkarte keine Papierauszüge mehr am Drucker holen. Laut Sparkasse zeigt die elektronische Form hier einen Vorteil: Auszüge könnten nur einmal gezogen, das E-Postfach aber könne von allen Berechtigten jederzeit eingesehen werden.

In den Bedingungen steht, dass Kunden ihr E-Postfach „mindestens alle 14 Tage“ kontrollieren müssen. Was, wenn jemand das versäumt?

Sobald die Sparkasse einen Kontoauszug elektronisch bereitstellt, beginnen spätestens nach 14 Tagen Widerspruchsfristen, in denen der Kunde bestimmte Buchungen anfechten kann. Darauf wolle man mit dem Passus hinweisen, sagt Sparkassensprecher Michael Krath. Er empfiehlt, die Benachrichtigungsfunktion des E-Postfachs zu aktivieren. Dann bekomme man immer eine automatische Erinnerungs-Mail geschickt, sobald turnusmäßig neue Auszüge bereitstehen.

Was landet außer Auszügen sonst noch alles im elektronischen Postfach?

Dort deponiert die Sparkasse außerdem Pflichtinformationen, sobald sich Geschäftsbedingungen ändern. Auf Wunsch kann man sich zudem Kreditkartenabrechnungen und Wertpapierdokumente ins E-Postfach schicken lassen.

Und wenn ich trotzdem lieber Papierauszüge haben möchte? Was muss ich tun?

Nutzer des Basiskontos GiroOnline haben dazu zwei Möglichkeiten: Entweder sie wechseln in ein anderes Kontomodell oder sie widersprechen bis zum Jahresende dem E-Postfach-Informationsschreiben mit dem Hinweis, dass sie das Angebot nicht nutzen und weiterhin Papierauszüge haben möchten. Das kostet sie dann allerdings 40 Cent für jeden Ausdruckvorgang. Umgekehrt können Nutzer der Konten GiroKlassik und GiroKomfort auf Wunsch ihre Auszüge auf das elektronische Verfahren umstellen lassen. Sie sparen dadurch Wege, allerdings keine Kontogebühren.

Hintergrund: Änderungen

Viele Kontoinhaber der Kasseler Sparkasse werden sich künftig keine Kontoauszüge mehr kostenfrei ausdrucken lassen können. Fragen und Antworten dazu, was sich für Sie ändert. Für sie sind die Kontobewegungen dann nur noch online einsehbar. Ob dies auch als Nachweis etwa vom Finanzamt anerkannt wird, müssen die Kunden im Einzelfall selber klären. Aus Info-Schreiben, die die Sparkasse in diesen Tagen versendet hat, gehen diese Folgen jedoch nur indirekt hervor.

Hintergrund ist eine Preisanpassung mit Einführung neuer Kontomodelle ab 2016. Unter anderem werden dann alle Nutzer des bisherigen SB-Kontos auf die neue Variante „GiroOnline“ umgestellt, die monatlich 2,90 Euro kostet. In diesem Zusammenhang wurden sämtliche Internet-Kunden jetzt schriftlich über neue „Bedingungen für die Nutzung des Elektronischen Postfachs“ informiert.

Darin heißt es: „Auf Wunsch“ gebe es die Möglichkeit, sich die Kontoauszüge künftig in einem E-Postfach bereitstellen zu lassen. Dadurch spare man die Gebühren für die vorgeschriebene Postzusendung der Auszüge, falls man diese eine gewisse Zeit nicht abgeholt hat – „wenn Sie sich für den elektronischen Kontoauszug entscheiden“. Es folgt der Hinweis: Die auf der Rückseite aufgeführten Bedingungen für das E-Postfach gelten als akzeptiert, falls man ihnen bis Jahresende nicht ausdrücklich widerspricht.

Was nicht eindeutig in dem Schreiben steht: Das als Wunsch-Option bezeichnete Verfahren wird von der Sparkasse in vielen Fällen automatisch aktiviert. Wer das Kleingedruckte abheftet und nichts unternimmt, wird als Nutzer des des Kontomodells „GiroOnline“ ab 1. Januar keine Auszüge am Automaten mehr erhalten. Das bestätigte Sparkassensprecher Michael Krath auf Nachfrage der HNA. Nach seinen Angaben ist der Brief zu den E-Postfach-Bedingungen nur ein Teil der Informationen, die die Kunden in diesen Tagen über die neuen Kontomodelle erhalten.

Zur Frage, warum es nicht klar in dem Schreiben stehe, dass es für bestimmte Kunden künftig keine gedruckten Auszüge mehr gibt, sagte Krath: Es seien verschiedene Briefversionen herausgegangen, die „sehr individuell auf einzelne Kundengruppen zugeschnitten“ seien.

Die Sparkasse verspreche sich vom zunehmenden Verzicht auf Papierauszüge auch Kostensenkungen. Das Institut gehe davon aus, dass viele Online-Banking-Nutzer die neue Funktion der dauerhaft im Netz verfügbaren Auszüge begrüßen werden. Das sei auch sicherer, betonte Krath. „Die Kunden müssen ihre Kontoauszüge nicht an anderer Stelle, zum Beispiel auf dem eigenen Rechner, speichern.“

Zudem sei die Information über die Leistungen des E-Postfachs „nur als Angebot“ zu verstehen. Denn jeder Kunde könne jederzeit entscheiden, in eines der anderen neuen Kontomodelle zu wechseln, bei denen Auszüge aus dem Sparkassendrucker inbegriffen sind.

Auch beim künftigen GiroOnline-Konto könne man auf besonderen Wunsch weiterhin Papierauszüge am Drucker erhalten – das koste dann pro Vorgang 40 Cent.

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