Bettenhausen: Plötzlich leben 60 Rumänen in drei Wohungen – Anwohner beunruhigt

Ärger auf dem Dorfplatz

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Seit etwa vier Wochen ist der Bettenhäuser Dorfplatz Treffpunkt für zahlreiche Kinder aus Rumänien. Vor allem nach Wochenenden fand sich viel Müll auf dem Dorfplatz und an der Losse. Inzwischen ist der Abfall beseitigt worden. Foto: Naumann

Bettenhausen. Müll überall, Plastiktüten, Flaschen, alte Kleidung, ein Kinderfahrrad in der Losse, Kot und benutztes Toilettenpapier am Wegesrand. „Schlimm sieht es bisweilen auf dem Bettenhäuser Dorfplatz aus“, sagt eine Anwohnerin. Seit gut einem Monat sind sie und weitere Nachbarn beunruhigt.

Grund seien „Kinder aus Osteuropa“, die vor allem an Wochenenden dutzendweise auf dem Dorfplatz spielten. „Ich habe nichts gegen Kinder“, sagt sie, die selbst Mutter ist. Aber was mitten in Bettenhausen seit etwa vier Wochen zu beobachten sei, ginge zu weit. Die Kinder seien von heute auf morgen im Stadtteil aufgetaucht. Deren Spiel werde als laut und dominat empfunden. Ihre eigenen Kinder trauten sich nicht mehr auf die Straße.

Zunächst drei Familien

Tatsächlich sind Anfang März drei Familien aus Rumänien in ein Haus nahe des Dorfplatzes eingezogen. „Warum auch nicht“, sagt der Vermieter. Grundsätzlich habe er nichts dagegen. Schwierig sei aber tatsächlich, dass inzwischen weitere Familien mit Kindern im Haus lebten. Sie seien Verwandte, also Gäste. „Natürlich ist das zu viel“, sagt der Immobilienmakler. Er habe den Familien bereits deutlich gemacht, „dass es so nicht geht“. Bis zu 60 Personen lebten zwischenzeitlich in dem Haus, dass nur zehn Zimmer bei einer Wohnfläche von 160 Quadratmetern zählt.

„Grundsätzlich ist das nicht verboten“, sagt Ortsvorsteher Enrico Schäfer. Das mit dem Müll sei ärgerlich. „Problematisch wird es aber erst, wenn Kinder ins Spiel kommen, die möglicherweise nicht in die Schule gehen oder wenn Straftaten verübt werden“.

Polizei: „Alles in Ordnung“

Nichts dergleichen ist aber der Polizei und dem Jugendamt bekannt. „Keine Auffälligkeiten“, sagt Polizeisprecher Thorsten Werner. Auch die Stadt war inzwischen mit Mitarbeitern des sozialen Dienstes am Dorfplatz. „Alles in Ordnung“, sagt Stadt-Sprecher Ingo Happel-Emrich, es gebe keine Fälle von Schulpflichtverletzungen.

Die Mietverträge hätten eine Laufzeit von einem halben Jahr, sagt der Vermieter. „Ich darf und will den Familien jetzt nicht einfach kündigen, nur weil sie aus Rumänien und gleich haufenweise kommen“. Er will weder Ärger mit Nachbarn noch mit seinen Mietern. Er habe bereits angeboten, den Verwandten bei der Suche nach weiteren Unterkünften zu helfen, um die Situation am Dorfplatz zu entspannen.

Der Müll auf dem Dorfplatz ist inzwischen weggeräumt worden.

Von Boris Naumann

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