Langer Stau auf der A7

Ärger nach Kontrolle auf A7 - Polizei will Zeichen setzen

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Bei der Großkontrolle kam es in Richtung Norden zu einem langen Stau.

Kassel/Hedemünden. Bei der Großkontrolle auf der A7 am Parkplatz Staufenberg kam es in Richtung Norden zu einem langen Stau bis zurück nach Kassel. Viele Autofahrer kritisieren, dass die Folgen der Aktion nicht im Verhältnis zum Ergebnis stünden.

Wir sprachen darüber mit Wolfgang Jungnitsch, Leiter der Abteilung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Polizeipräsidium Nordhessen.

Können Sie den Ärger der Autofahrer nachvollziehen?

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Wolfgang Jungnitsch: Natürlich, schließlich steht niemand gern im Stau. Ab und zu muss eine Großkontrolle aber sein, und dafür muss man dann auch negative Folgen für den Verkehrsfluss in Kauf nehmen. Mit der Aktion wollten wir einerseits schwarze Schafe aus dem Verkehr ziehen, andererseits aber auch ein Zeichen setzen. Viele Autofahrer denken, auf der Autobahn wäre man aus dem Schneider, solange man nicht gerade Schlangenlinien fährt. Gerade bei hohem Tempo passieren aber Unfälle mit schweren Folgen.

Großeinsatz: Polizeikontrolle auf A7

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36 berauschte Fahrer haben Sie erwischt. Hat sich das gelohnt?

Wolfgang Jungnitsch,Polizei- präsidium Nordhessen

Jungnitsch: Diese Zahl ist aus unserer Sicht hoch. Fast jeder Zehnte, der herausgewunken wurde, hatte tatsächlich etwas getrunken oder Drogen genommen. Das zeigt uns, dass solche Kontrollen für die Verkehrssicherheit auf unseren Straßen absolut notwendig sind. Bei unserer dreitägigen Schwerpunktaktion, die auch mobile Kontrollen im Bereich Kassel und Göttingen beinhaltet hat, haben wir Fahrer zum Teil in erschreckendem Zustand erwischt: Einige konnten kaum noch stehen, haben sich aber hinters Steuer gesetzt. Mit jedem, den wir aus dem Verkehr ziehen, verhindern wir womöglich einen Unfall. Außerdem schärfen wir mit den Aktionen und entsprechender Berichterstattung das Problembewusstsein bei den Menschen.

420 kontrollierte Fahrzeuge und 180 Beamten - steht das im Verhältnis?

Jungnitsch: Der Personalaufwand für solche Großkontrollen ist hoch. Etwa 180 Mitarbeiter waren gestern insgesamt im Einsatz, also an der Kontrollstelle und mobil. Allein an der A 7 hatten wir über ein Dutzend Kontrollteams eingesetzt, und die einzelnen Vorgänge können mitunter lange dauern. Wenn es zum Drogentest kommt, kann das alles in allem schon mal eine halbe Stunde in Anspruch nehmen.

Teilweise haben wir in Verdachtsfällen auch Autos ausgeräumt und mit dem Rauschgifthund durchsucht. Hinzu kommt, dass die Aktion Teil einer länderübergreifenden Fortbildung war. Wir hatten viele Spezialisten aus ganz Deutschland dabei, es ging uns auch um gegenseitiges Lernen durch Zusammenarbeit. (rud)

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