Frau bekam Strafzettel, weil ihr Wagen zum Teil auf Radweg stand

Ärger über Knöllchen auf verschneiten Parklücken an der Friedrich-Ebert-Straße

Wagen in einer Parklücke auf der Friedrich-Ebert-Straße
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Nachgestellt: Nach Angaben von Britta Aufermann hat sie am Mittwoch so ihren Wagen in einer Parklücke auf der Friedrich-Ebert-Straße abgestellt.

Eine Kasselerin parkt teilweise auf einem Radweg, weil auf den Parkplätzen der Schnee noch nicht geräumt ist. Darüber ärgert sich die Frau. Das Ordnungsamt sagt aber: Hat alles seine Richtigkeit.

Kassel – Die Nerven von vielen Menschen seien angespannt, sagt Britta Aufermann. Wegen Corona und der Wetterlage in den vergangenen Tagen. Dafür habe sie Verständnis, sagt die Frau aus Kassel. Nichtsdestotrotz erwarte sie, dass die Mitarbeiter des Kasseler Ordnungsamtes angemessen mit den Bürgern umgehen.

Aufermann, die Coach für psychosoziale Gesundheit ist, hatte am Mittwochmittag ein Erlebnis, über das sie sich sehr aufgeregt hat. Sie hatte am Vormittag ihr Auto in einer Parklücke an der Friedrich-Ebert-Straße geparkt. Da auf der rechten Seite des Parkstreifens der Schnee noch nicht geräumt gewesen sei, habe ihr Wagen zum Teil auch auf dem Radweg gestanden, so Aufermann. Aber nur etwa 20 Zentimeter, wie die Frau versichert.

Daraufhin bekam sie ein Knöllchen von einem Ordnungspolizeibeamten. Das beobachtete wiederum ein Klient von Aufermann, der die Frau daraufhin anrief. Sie eilte zu ihrem Auto, um mit den Mitarbeitern des Ordnungsamtes über die Angelegenheit zu sprechen. Sie habe den Beamten gesagt, dass sie ihr Auto nicht anders hätte parken können und deshalb darum gebeten, keinen Strafzettel zu bekommen. Schließlich hätten die Ordnungspolizisten auch einen Ermessensspielraum bei dem Ausstellen von Knöllchen, so Aufermann.

Daraufhin habe ein Mitarbeiter des Ordnungsamtes gesagt, sie hätte ihren Wagen woanders parken müssen, wenn der Streifen nicht richtig geräumt sei. Diese Aussage hat Aufermann geärgert. Schließlich sei nirgends geräumt gewesen.

Daraufhin fuhr die Frau aber ihren Wagen weg, kehrte kurze Zeit später aber zu Fuß zu den Ordnungspolizisten zurück. Weil sie sich über diese geärgert hatte, habe sie die Namen verlangt, um sich beim Vorgesetzten zu beschweren. Nachdem sie wieder weggegangen sei, habe eine Ordnungspolizistin über sie gelacht. „Ich möchte als Bürgerin nicht verlacht werden“, sagt Aufermann.

Beim Ordnungsamt wertet man den Vorgang anders als Britta Aufermann. Der Wagen der Frau habe die Hälfte des Radwegs blockiert, teilt ein Sprecher der Stadt mit. Radfahrer hätten deshalb auf die Fahrbahn für Autos ausweichen müssen, um mit Sicherheitsabstand das geparkte Fahrzeug passieren zu können.

Darüber hinaus belegten Fotos sowie die Aussagen der Ordnungspolizeibeamten, dass ein ordnungsgemäßes Parken auf dem Parkstreifen auf der Friedrich-Ebert-Straße trotz vorhandener Schneereste ohne Weiteres am Mittwochvormittag möglich gewesen wäre.

Nicht nur Britta Aufermann bekam am Mittwoch ein Knöllchen. Insgesamt wurden vier weitere Strafzettel wegen Parkverstößen auf den Radwegen in der Friedrich-Ebert-Straße ausgestellt, so der Stadtsprecher. (Ulrike Pflüger-Scherb)

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