Fragen und Antworten

Ärger über laute Partys: Regeln für "gesittetes" Feiern

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Ausnahmegenehmigung: Während der Fußball-WM durfte auch zu später Stunde ausgelassen gefeiert werden – wie hier auf dem Königsplatz. Normalerweise gilt zwischen 22 und 6 Uhr die Nachtruhe.

Kassel. Mit dem Sommer kommt der Krach: Grillpartys,  Rasenmähen – Beschwerden wegen Lärmbelästigung häufen sich. Die Polizei in Kassel verzeichnet jetzt vermehrt Anrufe von Menschen, die sich belästigt fühlen. Die wichtigsten Regelungen zum Lärmschutz haben wir in Fragen und Antworten zusammengefasst.

Zu welchen Zeiten gilt das Lärmverbot? 

An Werktagen (montags bis samstags) gilt zwischen 22 und 6 Uhr die Nachtruhe, an Sonn- und Feiertagen herrscht generelles Lärmverbot. In dieser Zeit darf kein Lärm erzeugt werden, durch den andere Menschen belästigt werden. Die offizielle Mittagsruhe zwischen 13 und 15 Uhr gibt es seit 2005 nicht mehr.

Welche Gesetze regeln Lärm in der Nachbarschaft? 

Zum Schutz vor Nachbarschaftslärm gibt es keine speziellen Gesetze. Der allgemeine Lärmschutz wird durch Bundesgesetze und -verordnungen sowie die Immissionsschutzgesetze der Länder geregelt. Grundsätzlich gilt: Jeder hat sich so zu verhalten, dass andere nicht mehr als nötig durch Lärm gestört werden. Rücksichtnahme und die Einhaltung der Ruhezeiten sind der beste Weg, um Streitigkeiten entgegenzuwirken.

Darf bei einer Gartenparty Musik gespielt werden? 

Musik darf grundsätzlich nur so laut gespielt werden, dass sie die Nachbarn nicht stört. Auf öffentlichen Flächen, wie zum Beispiel in Parks und Freibädern, ist das Abspielen von Musik ohne Genehmigung verboten.

Zu welchen Zeiten ist Rasenmähen erlaubt? 

In Wohngebieten ist Rasenmähen an Werktagen zwischen 7 und 20 Uhr erlaubt. Zur Mittagszeit sollte aber darauf verzichtet werden. Laute Geräte wie Graskantenschneider und Laubbläser dürfen nur in der Zeit von 9 bis 13 Uhr und von 15 bis 17 Uhr benutzt werden – sofern sie nicht das europäische Umweltzeichen tragen.

Was kann man bei störendem Lärm aus der Nachbarschaft tun? 

Ratsam ist es, zunächst das Gespräch mit dem Verursacher zu suchen. Treten die Lärmbelästigungen häufiger auf, kann auch der Vermieter oder Eigentümer helfen, denn Mieter dürfen im Fall einer dauerhaften Beeinträchtigung die Miete mindern.

Rückt die Polizei aus, wenn die Nachbarn zu laut sind? 

Die Polizei kann einschreiten, wenn es in den Ruhezeiten laut bleibt. Sie kann die Verursacher mit Nachdruck an die Einhaltung der Zimmerlautstärke erinnern.

Gibt es ein Bußgeld bei Lärmbelästigungen? 

Unzulässiger Lärm ist eine Ordnungswidrigkeit (§  117 OWiG). Sollten die Verursacher den Lärm trotz mehrfacher Ermahnung nicht reduzieren, sind Bußgelder von bis zu 5000 Euro möglich.

Von Julia Schwekendiek

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