Baurat Nolda steht zu Plänen

Ärger um den Märchenwald: Planung für Grimm-Platz in der Kritik

Brüder-Grimm-Platz nach der Umgestaltung
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So soll der Brüder-Grimm-Platz nach der Umgestaltung aussehen: Geplant sind breite Fußwege und ein Märchenwald links und rechts der Wilhelmshöhe Allee. 

Droht nach dem Karlsplatz und dem Aus für das documenta-Institut an diesem Ort der nächste große Streit um ein städtisches Bauprojekt?

Kassel - Die Reaktionen von HNA-Lesern auf die von Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne) präsentierten Pläne für den Brüder-Grimm-Platz sind jedenfalls ausgesprochen kritisch. Wie könne es sein, dass durch den vorgesehenen Märchenwald die Sichtachsen entlang der Wilhelmshöher Allee und aus Richtung Rathaus zum Hessischen Landesmuseum verstellt werden, lautet ein zentraler Vorwurf.

Einige Leserbriefschreiber gehen noch weiter und sprechen von einem verkitschten Märchenbild sowie von einer Fehlplanung.

Im Interview mit der HNA verteidigt Baurat Nolda den Entwurf der Kölner Landschaftsplaner Club L94. Für den habe sich eine mit bundesweiten Fachleuten besetzte Jury mit großer Mehrheit ausgesprochen. Auch er persönlich halte die Pläne nach wie vor für überzeugend. Es sei allerdings ein Problem, dass man die nicht bei einer oder mehreren öffentlichen Veranstaltungen diskutieren könne.

Durch Corona sei die Präsentation der Wettbewerbsbeiträge nur im Internet möglich gewesen. Nach Angaben von Nolda gab es in den vergangenen Tagen auch viele positive Rückmeldungen zu den Plänen. Insbesondere die Tatsache, dass die Stadt für mehr Grün auf dem Platz sorgen will, komme gut an. Diese Rückmeldung habe er bei dem Rundgang zum Tag der Städtebauförderung bekommen.

Dei Fraktionen in der Stadtverordnetenversammlung haben sich bislang noch nicht zu den Plänen geäußert. Auch nicht zu der Absicht, auf dem Platz Kiefern zu pflanzen. Das seien zwar keine klassischen Stadtbäume, ermöglichten aber durch ihren Wuchs mit einem hohen Stamm Durchblicke, sagt Christof Nolda. Zudem seien die Äste der Kiefern immer noch niedrig genug, dass die Sichtachse zum Turm des historischen Landesmuseum erhalten bleibe. Die Umgestaltung soll nach der documenta im kommenden Jahr beginnen. Den Auftrag dafür hat der Magistrat bereits vergeben. (Thomas Siemon)

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