Ärzteprotest in Kassel:  Einige Praxen schließen am Mittwoch

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Stefan Pollmächer

Kassel. Am Mittwoch werden auch in Kassel einige Arzt-Praxen geschlossen bleiben beziehungsweise nur einen Notdienst anbieten. Grund dafür ist der Protest der Ärzte im Honorarstreit mit den Krankenkassen.

Aus diesem Grund ist der Ärztliche Bereitschaftsdienst in der Wilhelmshöher Allee 67 (Tel. 05 61/1 92 92) am Mittwoch, 10. Oktober, bereits ab 7 Uhr morgens und somit ab Dienstagabend 19 Uhr bis Donnerstag 7 Uhr durchgehend geöffnet.

Hintergrund für die Praxisschließungen sind die bislang ergebnislosen Honorarverhandlungen zwischen den Krankenkassen und der kassenärztlichen Bundesvereinigung. Zahlreiche Ärzteverbände, darunter auch die regionale Ärztegenossenschaft Doxs, das Gesundheitsnetz Nordhessen (GNN) und Hessenmed, haben am Mittwoch zu einem demonstrativen Bürokratie-Tag aufgerufen.

Am Dienstag ist zwar eine weitere Verhandlungsrunde geplant, doch stellen sich die Ärzteverbände offenbar auf einen längeren Kampf ein.

„Der Rückhalt ist überwältigend“, sagte Doxs-Vorstand Dr. Stefan Pollmächer zu der Resonanz bei den niedergelassenen Ärzten zu der geplanten Protestaktion. Man werden zunächst mit einigen Praxen anfangen und über längere Zeit Protestaktionen organisieren. „Dienst nach Vorschrift“ heißt dann am Mittwoch in vielen Praxen die Devise. So werden sich einige Mediziner zeitaufwendigen Bürokratieaufgaben oder der Fortbildung widmen. Andere geben den medizinischen Fachangestellten (MFA) frei, die am Mittwoch, 10. Oktober, einen Protest zwischen 11 und 13 Uhr vor der Kasseler Filiale der AOK, Friedrichsplatz 14, planen.

„Wenn es bei den 0,9 Prozent Honorarerhöhung bleibt, die die Krankenkassen angeboten haben, kann dies unter anderem bedeuten, dass viele niedergelassene Haus- und Fachärzte die steigenden Kosten für den Betrieb ihrer Praxen nicht mehr decken können“ , sagt Pollmächer. Bereits jetzt sei es so, dass viele Ärzte weitaus mehr Leistungen erbringen, als dies vergütet werde.

Auch das Gesundheitsnetz Nordhessen tritt für den Erhalt einer wohnortnahen ärztlichen Versorgung einer älter werdenden Bevölkerung ein. Außerdem fordern die niedergelassenen Ärzte einen Abbau der Bürokratie, um mehr Zeit für die Patienten zu gewinnen. Und sie wehren sich gegen Strafzahlungen für verordnete Medikamente und Heilmittel. (hei)

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