Zoo und Tierheim im Winter: Hohe Heizkosten, gefrorene Wassernäpfe

Kleintierzoo am Rammelsberg: Winter macht Tieren zu schaffen

Kuschelig: Die Flamingos im Kleintierzoo haben dank der Wärmelampe angenehme 22 Grad in ihrem Stall. Fotos: Schachtschneider

Kassel. Für den Kleintierzoo am Rammelsberg bedeutet die Kälte nicht nur hohe Heizkosten - sondern auch viel Arbeit. So tauen etwa Näpfe mit Wasser in Rekordzeit ein und müssen mehrfach täglich ausgetauscht werden.

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Ein Weißbüscheläffchen müsste man sein. In dem Käfig der possierlichen Tierchen mit den weißen Puschelohren zeigt das Thermometer 29 Grad. Plus, wohlgemerkt. Monika und Thomas Schwenk vom Kleintierzoo am Rammelsberg wissen genau, welche Tiere mit der Kälte klarkommen und welche jetzt Wärme brauchen.

Ebenso wie die großen Schlangen und die Äffchen, die im Gewächshaus untergebracht sind, brauchen die Flamingos es kuschelig. Sie stecken ihre Schnäbel und ihre Stocherbeine in diesen Tagen gar nicht aus dem Holzstall. Denn darin herrschen dank zweier Wärmelampen 22 Grad. Wärmelampen hängen auch in den Häuschen von Wellensittichen und Kanarienvögeln. Die wagten trotz zweistelliger Minusgrade gestern aber eine Flatterpartie im Freien. Bei ihrem Gezwitscher wird es den Besuchern gleich ein wenig frühlingshaft zumute.

Die Schnee-Eulen lässt die Kälte völlig kalt - sie fühlen sich jetzt richtig wohl. Auch die Alpaka-Kamele sind mit ihrem dichten Fell gut auf die Minusgrade vorbereitet.

Für Monika und Thomas Schwenk bedeutet der Kälteeinbruch nicht nur hohe Heizkosten ihres mit Spenden finanzierten Zoos. Es gibt auch mehr zu tun: Mehrfach täglich muss das Wasser in den Näpfen ausgetauscht werden. Denn nur kurze Zeit nach dem Auffüllen ist es ein mit Eis gefüllter Napf.

Das Problem kennt auch Karsten Plücker vom Tierheim Wau-Mau-Insel. Lästig sei auch, dass man die Zwinger nicht mit Wasser ausspritzen könne. „Das ist ja sofort gefroren.“ Selbst die Bächlein der Hunde gefrieren in Windeseile und müssen mit dem Spaten weggekratzt werden. Derzeit sei aber nur die Hälfte der nicht beheizbaren Außenzwinger bewohnt, sagt der Tierheim-Chef. Im Freien halte man nur solche Tiere, die Kälte gewöhnt sind und ein dickes Fell haben. Alle anderen sind drinnen untergebracht - manche sogar in Bürogemeinschaft mit den Menschen. (rud)

Der Kleintierzoo am Rammelsberg hat montags bis freitags von 14 bis 17 Uhr geöffnet, am Wochenende ab 10 Uhr.

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