Quote bei 5,1 Prozent

Agenturbezirk Kassel: Zahl der Arbeitslosen im Juni gesunken

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Der nordhessische Arbeitsmarkt zeigt sich weiterhin entspannt. Saisonüblich sind im Juni die Arbeitslosenzahlen im Agenturbezirk Kassel zurückgegangen.

In Stadt und Landkreis Kassel sowie dem Werra-Meißner-Kreis sind laut Agentur für Arbeit Kassel aktuell 14 799 Menschen auf Jobsuche. Das sind 210 weniger als im Mai. Die Arbeitslosenquote sank gegenüber dem Vormonat um 0,1 Punkte auf 5,1 Prozent.

Von der positiven Entwicklung konnten laut Arbeitsagentur nahezu alle Personengruppen profitieren. Eine Ausnahme bilden dabei jüngere Menschen im Alter von 15 bis 25 Jahre. In dieser Gruppe stieg die Zahl der Arbeitssuchenden binnen Monatsfrist um 66 auf 1535. Der leichte Anstieg ist laut Arbeitsagentur auf das Schul- beziehungsweise Ausbildungsende zurückzuführen.

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Arbeitslosigkeit insgesamt leicht um 0,5 Prozent gesunken, weist aber insbesondere bei Männern (plus 1,3 Prozent), Ausländern (plus 4,1 Prozent) und im Bereich der Arbeitslosenversicherung (Rechtskreis SGB III) mit einem Plus von 9 Prozent einen deutlichen Anstieg auf.

Der Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit bleibt der Arbeitsagentur zufolge ungebrochen. So zeigt die Statistik im Vergleich zum Vorjahr ein Minus von 14,8 Prozent alleine bei Hartz-IV-Empfängern (Rechtskreis SGB II). Auch ältere Jobsuchende konnten von dem positiven Trend am Arbeitsmarkt profitieren.

Mit 4114 Offerten bewegt sich der Stellenbestand nach wie vor auf hohem Niveau. Gegenüber dem Vormonat hat er sich leicht reduziert, im Vergleich zum Vorjahresmonat hingegen leicht erhöht.

Die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) in Nordhessen nahm die aktuelle Arbeitslosenstatistik zum Anlass, Kritik an der im Bund geplanten Einschränkung der sachgrundlosen Befristung zu üben. Nach dem Koalitionsvertrag zwischen CDU und SPD sollen Arbeitgeber mit mehr als 75 Beschäftigten den Anteil sachgrundloser Befristungen auf 2,5 Prozent der Belegschaft begrenzen. Daneben soll eine sachgrundlose Befristung nur noch 18 statt bisher 24 Monate zulässig sein und nur noch einmal statt bisher dreimal verlängert werden können.

Der Anteil der befristeten Stellen liege in Hessen seit Jahren konstant bei zirka sieben Prozent, sagt VhU-Geschäftsführer Jürgen Kümpel. „Für Personen mit nur wenig oder gar keiner Berufserfahrung bieten befristete Arbeitsverhältnisse die große Chance zum Einstieg in Beschäftigung. Die im Bund geplante Einschränkung der sachgrundlosen Befristung würde in Hessen rund 75 000 Arbeitsplätze bedrohen.“ Die hessische Landespolitik müsse deshalb ihren Einfluss über Parteien und Bundesrat geltend machen, um diese Beschäftigungschancen nicht zu vernichten.

Besonders Jugendliche profitierten von der sachgrundlosen Befristung. „Rund die Hälfte der unter 25-jährigen, die eine sozialversicherte Beschäftigung aufnehmen, tut dies zunächst befristet. Drei Viertel der befristet Beschäftigten werden anschließend im selben Betrieb weiterbeschäftigt und meistens sogar unbefristet übernommen. Für viele junge Menschen könnte damit die Einschränkung der sachgrundlosen Befristung der Weg in die Arbeitslosigkeit bedeuten“, warnt Kümpel.

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