Russischer Konkurrent Uralkali heizt Preiskampf an

Aktien von K+S zeitweise um 20 Prozent eingebrochen

Kassel. Die Angst vor einem Preiskampf auf dem weltweiten Kalimarkt hat am Mittwoch die Aktie des Kasseler Düngemittel- und Salzherstellers K + S auf Talfahrt geschickt. Das im Deutschen Aktienindex notierte Papier stürzte bis zum Handelsschluss um fast 24 Prozent auf 20,42 Euro ab.

Die Massenflucht der Anleger aus der Aktie hatte der russische K + S-Konkurrent Uralkali ausgelöst. Das Unternehmen steigt nach eigenen Angaben aus der Export-Allianz mit dem weißrussischen Branchenkollegen BPC aus und will seine Produkte über eine eigene Handelsorganisation vermarkten. Uralkali-Chef Vladislav Baumgertner setzte noch eins drauf: Gegenüber Nachrichtenagenturen kündigte er eine Produktionsausweitung im kommenden Jahr an und sieht den Kalipreis auf unter 300 Dollar je Tonne fallen, umgerechnet 226 Euro. Das wäre ein Viertel weniger als derzeit gezahlt wird.

Nicht nur K + S getroffen

Baumgertners Ankündigung traf allerdings nicht nur K + S hart. Auch die Aktien anderer großer Kaliproduzenten verloren stark an Wert. Nicht zuletzt das in London notierte Uralkali-Papier brach um 25 Prozent ein. K + S gibt sich derweil zurückhaltend: Die kolportierten Preise für Kalidünger „sind für uns nicht nachvollziehbar und entsprechen aus unserer Sicht in keiner Weise der aktuellen Angebots- und Nachfragesituation“, sagte K + S-Sprecher Michael Wudonig. Eine umfassende Bewertung der aktuellen Situation sei derzeit nicht möglich: „Wir beobachten die weitere Entwicklung sehr genau.“

Weltweit wurden im vergangenen Jahr knapp 55 Millionen Tonnen Kali- und Magnesiumprodukte abgesetzt. Der Kalimarkt wird von nur einer Handvoll Unternehmen beherrscht. K + S mit 14 000 Beschäftigten und knapp vier Milliarden Euro Umsatz liegt mit einem Marktanteil von zehn Prozent an fünfter Stelle.

Von Barbara Will

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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