Von der Ehefrau getrennt

Gute Wohnungen sind für geistig Behinderten nicht bezahlbar

So hatte sich Daniel O. das nicht vorgestellt, nach dem er sich von seiner Ehefrau getrennt hatte. Der 37-jährige, geistig behinderte Mann zog aus und suchte eine kleine, günstige Wohnung.

Das einzige, was er auf die Schnelle fand, ist ein kleines Ein-Zimmer-Appartement, das auch noch in einer sehr schlechten Gegend, einem sozialen Brennpunkt, liegt. Nach kurzer Zeit war die Wohnung wegen eines massiven Schadens in der Abwasserleitung nicht mehr bewohnbar. Obwohl Daniel O. sich mehrfach beim Vermieter beschwerte, tat sich nichts. Er bezahlte den Schaden aus eigener Tasche, um sein neues Heim nutzen zu können. Daniel O. ist wegen seiner geistigen Einschränkung dem Betreuten Wohnen der Diakonie angegliedert. Die suchen nun eine passende Wohnung für den Mann, der von einer kleinen Rente und geringem Lohn aus der Behindertenwerkstätte lebt.

Von einer Spende möchte er den Umzug und Küchenmöbel bezahlen.

Kein Rückzug möglich

In einem Teufelskreis befindet sich Amanda N. Da sie überhaupt keinen finanziellen Spielraum hat, lebt sie mit ihrer kleinen Tochter Meike bei ihrer Mutter und ihrer Schwester. Die Familie teilt sich eine Drei-Zimmer-Wohnung. Für Amanda und Meike gibt es keine Rückzugsmöglichkeit. Die fünfjährige Tochter hat noch nicht einmal ein eigenes Bett und schläft bei der Mutter. Die absolviert zurzeit eine Ausbildung zur Kindergärtnerin. Und möchte für die Zeit danach gern den Führerschein machen, um dann mobil zu sein. Für den Unterricht braucht sie einen Laptop und Fachliteratur.

Beides würde sie von einer Spende kaufen. Außerdem soll Meike zu Weihnachten ein Fahrrad und ein eigenes Bett bekommen. (phe)

Rubriklistenbild: © dpa

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