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Aktion der Sozialverbände: So lässt sich das Energiegeld doch an bedürftige Kasseler spenden

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Von: Andreas Hermann

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Sören Link Geschäftsführer des AKGG in Kassel
Sören Link Geschäftsführer des AKGG in Kassel © Tai Lueckerath

Mit der Aktion „Energiegeld spenden“ wollen die Kasseler „Treppe 4“-Organisationen soziale Einrichtungen in der Stadt unterstützen.

Kassel – Ob arm oder reich: Alle rund 205 000 Kasseler werden demnächst das Einwohner-Energie-Geld (EEG) der Stadt beantragen und erhalten können. Die Idee, einen Fonds einzurichten, in den Kasseler, die ihren Zuschuss nicht wollen oder brauchen, die 75 Euro für bedürftigere Menschen spenden können, war von den Stadtverordneten zwar diskutiert, aber nicht beschlossen worden.

Den Gedanken setzen nun aber die Organisationen unter dem Dach des Kasseler Hauses der Sozialwirtschaft („Treppe 4“) mit der „Aktion Energiegeld spenden“ in die Tat um. Sie wollen ein Spendenverwaltungskonto einrichten, auf das die Kasseler ihren von der Stadt erhaltenen Energiezuschuss (oder auch weiteres Geld) einzahlen können, um ihn anderen zugute kommen zu lassen.

Das Konzept haben Rosa-Maria Hamacher, die Regionalgeschäftsführerin des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Nordhessen, und Sören Link, der Geschäftsführer des Arbeitskreises Gemeindenahe Gesundheitsversorgung (AKGG), am Mittwoch vorgestellt. Danach soll das bei der Aktion eingenommene Spendengeld drei Einrichtungen zur Verfügung gestellt werden: der Kasseler Tafel, der Sozialen Hilfe Kassel sowie den von unterschiedlichen Trägern geführten Familienzentren im Stadtgebiet. Die Spender sollen die Möglichkeit haben, ihr Geld gezielt einer dieser Einrichtungen zukommen zu lassen. Legen sie sich nicht fest, dann wird ihr Spendenbetrag zu gleichen Teilen an die drei Einrichtungen weitergeleitet, erklärten die Initiatoren.

„Unser Ziel ist es, die Spendenbereitschaft und den Solidaritätsgedanken in Kassel zu fördern“, betonte Rosa-Maria Hamacher. Die Aktion sei noch in Vorbereitung, das gelte auch für das Konto. Man hoffe auf die Unterstützung von Sponsoren und der Stadt. Gut wäre es etwa, wenn die Stadt offiziell auf die Aktion hinweise – am besten gleich in dem angekündigten Infobrief zur Beantragung des Zuschusses (Hintergrund).

„Wir wollen das gesammelte Geld eins zu eins weitergeben“, versicherte Sören Link. Bewusst habe man sich dafür entschieden, soziale Einrichtungen in Kassel zu unterstützen. Nähere Informationen zur Aktion gibt’s unter 0561 / 81644 500.

Hintergrund

Nach dem Mehrheitsbeschluss der Stadtverordnetenversammlung soll jeder Bewohner von Kassel einen Zuschuss von 75 Euro erhalten, um angesichts der stark gestiegenen Heiz- und Stromkosten finanziell durch den Winter zu kommen. Das Kasseler Einwohner-Energie-Geld (EEG) wird nur auf Antrag ausgezahlt. Die Stadt hat angekündigt, alle rund 205 000 Berechtigten ab Oktober per Anschreiben über die Möglichkeiten der Energiegeld-Beantragung zu informieren. 

(Andreas Hermann)

Rosa-Maria Hamacher Geschäftsführerin Paritätischer in Nordhessen
Rosa-Maria Hamacher Geschäftsführerin Paritätischer in Nordhessen © Privat

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