Aktion für Leukämie-Kranke Sabrina S.: 1500 Menschen ließen sich typisieren

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Aktion für Leukämie-Kranke Sabrina S.: 1500 Menschen ließen sich typisieren

Kassel. Über 1500 Menschen sind am Samstag in die Markuskirche gekommen, um sich typisieren zu lassen. Sie alle werden jetzt in die Datei der Deutschen Stammzellenspender aufgenommen, in der Hoffnung, dass geeignete Stammzellen für die an Leukämie erkrankte Kasselerin Sabrina S. darunter sind.

„Ich bin überwältigt von dieser großen Hilfsbereitschaft“, sagt Silke Rautenkranz. Die Mutter der an Leukämie erkrankten Sabrina S. (22) steht im Eingang des Gemeindehauses der Südstädter Markuskirche und blickt auf die Menschenmassen, die am Samstagnachmittag bereits vor dem offiziellen Start der

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Typisierungsaktion herbeiströmen.

Viele begrüßt sie persönlich, darunter eine große Zahl an Sabrinas Freunden, Mitschülern der beruflichen Martin-Luther-King-Schule und Kollegen der Flughafen GmbH. Es bilden sich lange Schlangen geduldig wartender Menschen. Sie alle wollen eine Blutprobe abgeben und sich als mögliche Spender von geeigneten Stammzellen zur Verfügung stellen.

Die Bilanz am Abend: Es sind es über 1500 Menschen mehr, die jetzt in der Deutschen Stammzellenspenderdatei registriert sind. Sie hoffen, dass geeignete Stammzellen für Sabrina S. darunter sind. Eine Transplantation von Blutzellen könnte der jungen an Blutkrebs erkrankten Frau das Leben retten. Über 50 Freiwillige, darunter 20 Mitarbeiter des DRK-Blutspendedienstes, die das Blut entnommen haben, waren im Einsatz.

„Eine tolle Aktion“, sagt der zuständige Arzt, Dr. Rudolf Richter aus Frankfurt: „Einen größeren Andrang hätten wir aber kaum bewältigen können.“ Für ein Kuchenbuffet hatte Sabrinas Tante, Sonja Koch, gesorgt. Hinzu kamen Getränkespenden und vieles mehr. Jetzt muss Sabrina noch ein bis zwei Monate warten, bis die Blutproben ausgewertet sind und festgestellt werden kann, ob ein möglicher Spender dabei ist. Auch viele Geldspenden sind eingegangen, um die Kosten von 50 Euro pro Typisierung aufzubringen. „Sabrina bedankt sich“, sagt Silke Rautenkranz. Ihre Tochter verfolge die Aktion vom Klinikum aus via Internet.

Stimmen zur Typisierungsaktion

Felix Frank (19) aus Hamburg: Den Gedanken mich typisieren zu lassen, hatte ich schon lange. Ausschlaggebend dafür, dass ich das jetzt endlich in die Tat umsetze, ist, dass ich Sabrina seit zehn Jahren gut kenne. Ihr Bruder ist einer meiner besten Freunde. Deshalb ist es für mich selbstverständlich, dass ich heute hier bin und mich künftig als möglicher Stammzellenspender zur Verfügung stelle.

Birgit Stock (52) aus Kassel: Im Friseurladen meines Chefs, Thomas Herrmann, entstand die Idee zur Typisierungsaktion. Weil unsere Kunden, Silke Rautenkranz, Sabrinas Mutter, und Pfarrer Holger Wieboldt gerade zur gleichen Zeit im Geschäft waren, konnte alles festgeklopft werden. Da ist es doch selbstverständlich, dass ich bei so einer guten Sache mitmache.

Jörg Werner (38) aus Lohfelden: Meine Frau und ich, wir haben schon Unglück und Schmerz kennengelernt. Jetzt haben wir einen gesunden Sohn und das zweite Kind ist unterwegs. Ich habe einen guten Arbeitsplatz. Ich bin einfach dankbar und möchte etwas davon weitergeben. Ich lasse mich typisieren und habe auch Geld für die Aktion gespendet.

Marianne Wolf, (46) aus Kaufungen: Mich hat das Schicksal von der an Leukämie erkrankten Sabrina sehr berührt. Ich habe selber zwei Töchter im gleichen Alter. Dass ich mich jetzt als mögliche Stammzellenspenderin typisieren lasse, soll auch ein Zeichen der Solidarität mit Sabrinas Familie sein.

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