Rund 600 Menschen nahmen am Samstag am Ostermarsch in Kassel teil

Aktivisten fordern „Lockdown für die Rüstung“

Demonstration auf der Oberen Königsstraße: Schätzungsweise 600 Menschen nahmen am Samstag am Ostermarsch teil.
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Demonstration auf der Oberen Königsstraße: Schätzungsweise 600 Menschen nahmen am Samstag am Ostermarsch teil.

Rund 600 Menschen nahmen am Samstag am Ostermarsch in Kassel teil.

Kassel - „Lockdown für die Rüstung“ stand auf einem der Plakate, die die Friedensaktivisten am Samstagvormittag in der Kasseler Innenstadt hielten. Diese Forderung bringt in Kürze zum Ausdruck, was die Redner des diesjährigen Ostermarschs in Kassel forderten.

„Abrüsten statt Aufrüsten ist das Gebot der Stunde“, sagte Mechthild Middeke, Gewerkschaftssekretärin vom Ver.di Bezirk Nordhessen, die eine Rede am Obelisken hielt. Dort traf sich in diesem Jahr die eine Hälfte der Teilnehmer, die andere zog von der Nordstadt in die Innenstadt. Zum Schluss trafen sich die nach Schätzungen der Veranstalter etwa 600 Teilnehmer vor dem Rathaus.

Nach einem Jahr Corona-Pandemie werde deutlich, welche Unzulänglichkeiten es in unserer gesellschaftlichen Infrastruktur gebe, so Midekke. Viele Bereiche seien unterfinanziert und kaputtgespart worden. Defizite gebe es im Gesundheitssystem, bei den Krankenhäusern, beim Pflegepersonal und in den Gesundheitsämtern. Außerdem in den Schulen, die zu große Klassen hätten, zu wenige Lehrer, unzureichende digitale Infrastruktur und häufig marode Klassenzimmer, so die Gewerkschafterin.

Politisches Umdenken sei das Gebot der Stunde. Die Zukunft müsse ökologisch, sozial und friedlich gestaltet werden. Eine Erhöhung des Verteidigungsetats auf zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts, wie es oft gefordert werde, sei eine „krasse Fehlsteuerung von Haushaltsmitteln“ und dürfe nicht passieren, so die Gewerkschafterin.

Das Ende der „Kriegsproduktion in unserer Stadt“, forderte auch der Historiker Ulrich Schneider vom Bund der Antifaschisten. Damit meinte er die Produktion der Rüstungsunternehmen Kraus-Maffei-Wegmann und Rheinmetall. Bei den Profiten, die von diesen Unternehmen erzielt würden, handele es sich um Blutgeld. Das habe auch die Stadt Kassel im Jahr 1943 bei den Bombenangriffen schmerzlich zu spüren bekommen. Schneider forderte die Friedensaktivisten auch dazu auf, die Petition zu unterstützen, dass der 8. Mai 1945, der Tag des Endes des Zweiten Weltkriegs, in Deutschland zu einem Feiertag ernannt wird. „Der 8. Mai 1945 ist der Tag der Befreiung.“

Axel Gabelmann (Seebrücke) forderte in einem leidenschaftlichen Beitrag, dass Kassel bis zum Jahr 2030 nicht nur klimaneutral, sondern auch waffenneutral werde.  (use)

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