49-jähriger Maschinenbauer kommt von der Deutschen Bahn

Albert Bastius ist neuer Chef der Loksparte von Bombardier

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Will das Bombardier-Lokwerk in Kassel fit die Zukunft machen: Albert Bastius. Der 49-jährige Maschinenbauer aus Königstein im Taunus kennt beide Seite: die Bahntechnik-Hersteller ebenso wie die Betreiber. Foto: Malmus

Kassel. Schon als Kind wollte er Loks bauen. Jetzt tut er es - zumindest theoretisch. Albert Bastius verantwortet die Lokbau-Aktivitäten des deutsch-kanadischen Konzerns, zu denen neben dem weltweiten Lok-Werk in  Kassel auch die Standorte Mannheim, Zürich und Vado Ligure in Italien gehören.

Für Albert Bastius ist ein Kindheitswunsch in Erfüllung gegangen. Schon immer wollte der Maschinenbau-Ingenieur mit Schwerpunkt Schienenverkehrstechnik Loks bauen. Jetzt tut er es – zumindest administrativ. Denn der 49-jährige Königsteiner, der in Rumänien geboren wurde, dort aufwuchs und studierte, ist seit dem 1. September, Chef des Geschäftsbereichs Lokomotiven des deutsch-kanadischen Bombardier-Konzerns. Dazu gehören neben dem weltweiten Lok-Leitwerk Kassel mit seinen 770 Beschäftigten die Standorte Mannheim, Zürich und Vado Ligure in Italien mit weiteren etwa 230 Mitarbeitern. Der Langjährige Werkleiter Steffen Riepe bleibt auf seinem Posten.

„Das habe ich mir immer gewünscht, Loks zu bauen“, schwärmt Bastius im Gespräch mit der HNA. Er gilt als profunder Bahn- und Bahntechnik-Experte und genießt in der Branche einen hervorragenden Ruf. Das liegt nicht zuletzt daran, dass er seit 24 Jahren in den Geschäft ist – zunächst in verschiedenen führenden Positionen bei der Deutsche Bahn, danach für Bahntechnik-Hersteller Vossloh und dann wieder für die Bahn, bei der er zeitweise alle Instandhaltungswerke in Deutschland verantwortete.

Bastius‘ Dienstsitz ist Kassel. Von hier aus steuert er sämtliche Lokbau-Aktivitäten des Konzerns. „Ich bin angetreten, die Lokplattform der Zukunft zu entwickeln und dabei Maßstäbe zu setzen sowie die gute Marktposition von Bombardier zu behaupten“, beschreibt er seine wichtigsten Ziele. Gleichzeitig will er mit Blick auf eine Reihe von internen Problemen Qualität, Abläufe und Prozesse verbessern.

Die Voraussetzungen, dass ihm das im Schulterschluss mit der Belegschaft gelingt, sind nicht schlecht. Denn das Werk ist für die überschaubare Zukunft ausgelastet. Bis Jahresende werden 111 Loks die riesigen Hallen im Werk Mittelfeld verlassen, im kommenden Jahr ähnlich viele und 2018 sogar noch mehr.

Für Arbeit sorgen nicht nur zwei große Rahmenverträge mit der Deutschen Bahn über die Lieferung von bis zu 650 Loks, von denen 183 bereits verbindlich bestellt sind. Diese beiden Verträge dürften auf Jahre für eine solide Grundauslastung sorgen. Hinzu kommen ein Auftrag aus Israel über 62 Loks, der ab kommenden Jahr bereits beschäftigungswirksam werden soll, sowie Bestellungen der niederländischen Staatsbahn (26 Loks) und von Leasing-Unternehmen Railpool und Akiem. Allein Akiem hat 52 Loks in Kassel geordert.

Die Stimmung im traditionsreichen Lokwerk hat sich gegenüber dem Frühjahr deutlich verbessert. Wie berichtet, wollte das frühere, im Sommer abgelöste Management die gesamte Produktion aus Kostengründen ins nicht ausgelastete Schwesterwerk Vado Ligure verlagern und Kassel schrittweise abwickeln. Dagegen waren Belegschaft, Gewerkschaft und die gesamte Region Sturm gelaufen, und wichtige Kunden drohten mit Auftragsentzug. Im Frühjahr schließlich wurde die Schließung abgewendet.

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