Algen sind Gefahr für Schwimmer

Nach Badeunfall: DLRG sieht Pflanzenwuchs im Bugasee kritisch

+
Ein dichter Algenteppich: Die Unterwasserpflanzen reichen inzwischen bis an die Badebuchten des Bugasees heran. Vor den Pflanzen ekeln sich nicht nur viele Schwimmer, sie können auch zu Problemen für die Badegäste werden.

Kassel. Eine 43-Jährige aus Fuldabrück war am Mittwoch von einem anderen Schwimmer aus dem Bugasee gerettet worden. Nach Auskunft der Polizei hatten die Frau die Kräfte verlassen und sie hatte sich zudem in den Unterwasseralgen verheddert.

Aus Sicht des DLRG-Stadtverbandes, der eine Rettungsstation am Bugasee neben der Seglergaststätte hat, sind die Algen ein Problem. „Wenn die Pflanzen wie aktuell bis an die Wasseroberfläche gewachsen sind, kann man sich als Schwimmer darin verheddern“, sagt DLRG-Vorsitzender Christian Bonn.

Am Bugasee reicht der Algenteppich inzwischen bis an die Badebuchten heran. „Es gibt seit Jahren einen erhöhten Algenwuchs in der Buga. Das liegt daran, dass die Stadt den See seit einigen Jahren nicht mehr regelmäßig pflegt. Früher wurden die Algen jedes Jahr gemäht“, sagt Bonn. Selbst die DLRG-Schwimmer hätten Probleme, wenn sie in die Pflanzen geraten würden. Der aktuelle Fall sei aber der erste Badeunfall dieses Jahr.

Algen waren hinderlich

Nach Auskunft von Polizeisprecher Wolfgang Jungnitsch hatte auch der 63-jährige Schwimmer, der die Frau rettete, Schwierigkeiten, die Ertrinkende durch die Pflanzen an Land zu ziehen. Sorgfaltspflichten habe die Stadt aber nicht verletzt. „Das ist ein Naturbadeteich, da sind Algen nicht vermeidbar, man sollte aber nicht hineinschwimmen.“

Die Stadt bestätigte, dass das Umwelt- und Gartenamt die Unterwasserpflanzen im Bugasee nur bis ins Jahr 2009 jährlich gemäht habe. Auf Empfehlung eines mit der Untersuchung der Wasserqualität beauftragten Büros wurde die sogenannte Unterwassermahd eingestellt. Das Büro Eco-Ring habe davon abgeraten, da sich durch das Mähen die Wasserqualität verschlechtere. Dies wiederum begünstige das Wachstum der teilweise giftigen Blaualgen. „Die Einstellung der Maßnahme war in dieser Hinsicht erfolgreich“, sagt Stadtsprecherin Petra Bohnenkamp. 2010 warnte das Gesundheitsamt letztmalig vor den Blaualgen.

Nach Auskunft der Stadt gibt es eine Absprache zwischen dem Umwelt- und Gartenamt und der DLRG. Es sei vereinbart, dass die Stadt informiert werde, sobald die Pflanzen eine Rettung erschweren würden. In diesem Fall würden sie gemäht.

In den vergangenen Jahren habe es weder von der DLRG noch von Schwimmern Hinweise darauf gegeben, sagt Bohnenkamp. Dennoch will sich das Umwelt- und Gartenamt jetzt ein Bild von der Situation vor Ort machen, um zu entscheiden, wie weiter gegen das Pflanzenwachstum vorgegangen wird.

Von Bastian Ludwig

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.