Kassel beschließt Alkoholverbot ab 22 Uhr in der Goetheanlage

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Unschöne Hinterlassenschaften: Müll zeugt immer wieder von nächtlichen Trinkgelagen in der Goetheanlage. Vor allem nach warmen Sommerabenden haben die Mitarbeiter des Umwelt- und Gartenamtes alle Hände voll zu tun.

Kassel-Mitte/Vorderer Westen. Lärm, Müll und genervte Anwohner: Meist ist Alkohol im Spiel, wenn bis tief in die Nacht unter freiem Himmel gefeiert oder gar randaliert wird. In der Goetheanlage soll damit nun Schluss sein.

Jürgen Kaiser

Der Magistrat hat am Montag beschlossen, das Alkoholverbot ab 22 Uhr umzusetzen. „Ich hoffe, dass es reicht“, sagt Bürgermeister und Ordnungsdezernent Jürgen Kaiser (SPD).

Er hatte ein generelles Alkoholverbot für die Grünanlage im Vorderen Westen vorgeschlagen. Doch das wollten weder der runde Tisch, der sich mit den Problemen dort befasst, noch der Ortsbeirat. Das Alkoholverbot von 22 bis 8 Uhr soll nun so schnell wie möglich kommen. „Wir werden schauen, ob es greift, wie wir uns das vorstellen“, sagt Kaiser. „Ich hätte gern darauf verzichtet.“ Das Verbot sei als Hilfestellung für die Mitarbeiter des Ordnungsamtes gedacht, die regelmäßig in der Goetheanlage kontrollierten und auch verstärkt die neue Regelung überwachen werden.

Wolfgang Rudolph

Ortsvorsteher Wolfgang Rudolph (SPD) spricht von einer „zumutbaren Einschränkung“ der bürgerlichen Freiheiten. Mit dem Alkoholverbot ab 22 Uhr, das zunächst nur für diesen Sommer gelten soll, könne man die Auswirkungen der Trinkgelage eindämmen. Im Oktober werde man Bilanz ziehen und sehen, was das Alkoholverbot gebracht habe. Es soll später Teil einer festen Parkordnung werden, die klare Vorgaben macht. Dies können laut Rudolph ein Verbot von offenem Feuer und die Pflicht zur Beseitigung von Müll und Hundekot sein. Vorteil einer Parkordnung sei, dass bei Verstößen ein Bußgeld erhoben werden könne. Dies sei bei einer Verfügung wie dem Alkoholverbot nicht möglich. Es könnten nur eine Ermahnung oder ein Platzverweis ausgesprochen werden.

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Die Parkordnung soll möglichst bald kommen. „Wir werden das zügig in die Wege leiten“, sagt Stadtbaurat Dr. Joachim Lohse (parteilos). Die Stadt werde sich dabei mit dem runden Tisch abstimmen und auf wenige Punkte beschränken.

Zudem werden Mitarbeiter der Jugendräume Wehlheiden, der Jugendarbeit Friedenskirche und zwei Cliquenbetreuer des Jugendamtes laut Ortsvorsteher Rudolph in diesem Sommer wieder verstärkt in der Goetheanlage im Einsatz sein. Es soll auch eine Neuauflage der Aktion im Einzelhandel gegen den Verkauf von Alkohol an Jugendliche geben.

Wie die Stadt die Probleme mit der Trinker- und Drogenszene auf dem Lutherplatz in den Griff bekommen will, dazu will sich Bürgermeister Jürgen Kaiser am Mittwoch äußern. Zuletzt war ein Trinkraum im Gespräch. (els)

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