625 Mitarbeiter der Stadtverwaltung zählen die Stimmen aus - 200 Teams im Rathaus im Einsatz

Alle Kreuzchen im Blick

Dreier-Team: Rainer Herwig (Ordnungsamt), Carsten Dilchert (Sozialamt) und Rita Niemczyk (Ordnungsamt) zählten gestern im Rathaus die Stimmen des Wahlbezirks 1111 (Nord) aus. Fotos: Koch

Kassel. „06 Bathon, 07 Engels, zwei Stimmen auf 08 Behschad, drei Stimmen auf 28 Hildebrand ...“ Carsten Dilchert liest konzentriert, Rita Niemczyk überträgt die Ergebnisse in einen Computer. Normalerweise arbeitet die 52-Jährige im Ordnungsamt.

Am Montag zählte sie wie viele andere Rathausmitarbeiter Stimmen der Kommunalwahl aus. Zusammen mit Rainer Herwig, der die riesigen Stimmzettel nach Aufwand vorsortierte. Eine Herkulesaufgabe. Schließlich konnten die Wähler kumulieren und panaschieren: ihre Stimmen an einzelne Kandidaten vergeben beziehungsweise auf verschiedene Listen verteilen.

„Aufwendige Wahl“

Etwa die Hälfte der 61 570 Kasseler, die ihre Stimme bei der Wahl des Stadtparlaments abgaben, hat davon Gebrauch gemacht. 2657 Stimmzettel waren ungültig. „Seit Menschengedenken hatten wir nicht so eine aufwendige Wahl“, sagt der stellvertretende Wahlleiter, Helmut Schäfer. Schuldenbremse, Oberbürgermeisterwahl, Ortsbeiräte und Stadtverordnetenversammlung - aber es hätte noch schlimmer kommen können, sagt er. In Marburg zum Beispiel, wo zusätzlich noch der Kreistag gewählt und fünfmal abgestimmt wurde.

Im Kasseler Rathaus sind 200 Teams mit je drei Mitarbeitern mit dem Auszählen beschäftigt. Gestern waren es zunächst die Stimmen für die Stadtverordnetenversammlung, heute sind die Ortsbeiräte für die 23 Stadtteile an der Reihe. Die Ergebnisse der Oberbürgermeisterwahl und der Volksabstimmung zur Schuldenbremse standen schon am Wahlabend fest. Morgen soll bereits das amtliche Endergebnis der Oberbürgermeisterwahl verkündet werden. Für die Kommunalwahl werden die amtlichen Endergebnisse nach einer weiteren Prüfung laut Schäfer erst am 6. April vorliegen.

Die Stimmzettel, auf denen nur Listen angekreuzt waren, wurden am Wahlabend ausgewertet. Das Auszählen der übrigen Stimmzettel dauert - und geht nicht ohne Gegenprobe. Rita Niemczyk liest vor, was sie in den Computer eingegeben hat. Carsten Dilchert überprüft, ob das mit dem Stimmzettel übereinstimmt. In einer Stunde haben die beiden 50 Stimmzettel geschafft und dann die Rollen getauscht, um der Monotonie zu entgehen. Ein spezielles Computerprogramm sorgt zudem dafür, dass Fehler beziehungsweise ungültige Wahlzettel erkannt werden.

Während die beiden in dem kleinen Büro des Sozialamtes die Stimmen laut zählen, geht Klaus Peter Reuffurth seiner normalen Tätigkeit nach - so gut es eben geht. „Ich schalte ab und konzentriere mich auf meine Arbeit“, sagt der Sachbearbeiter. Um die Kollegen beim Auszählen nicht zu stören, fasst er sich am Telefon möglichst kurz. „Bisher war auch Verständnis dafür da“, sagt er.

Von Ellen Schwaab

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