Marion Paná hat ein Buch über den Tod ihrer Enkelin geschrieben

Marion Paná Foto: Hein

Kassel / Fuldatal. „Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht an sie denke“, sagt Marion Paná. Der Frau mit dem freundlichen, klaren Gesicht ist die Trauer über den Tod ihrer Enkeltochter vor über zwei Jahren noch anzusehen - auch wenn sie oft lächelt und ihre Stimme frisch klingt wie die eines jungen Mädchens.

Am schwersten wiegt für die 66-Jährige die Erinnerung an Ronjas Leiden. „Warum nur musste sie das erleben?“, frage sie sich immer wieder. Jetzt hat Marion Paná ihrer kleinen Enkeltochter mit einem ergreifend ehrlichen Buch „Ronja - Du wolltest uns nie traurig sehen“ ein Denkmal gesetzt. Ronja war zweieinhalb, als eine Krankheit ausbrach, für die die Ärzte bis heute keinen Namen gefunden haben.

Ronja hatte mit den Eltern und Bruder Robin Ferien an der See verbracht. Nach Hause zurückgekehrt, bekam sie Fieber, wollte kaum essen. Eine Ärztin verschrieb ihr ein Antibiotikum.

Doch Ronja wurde nicht gesund, sondern immer kränker. Sie bekam eine Lungenentzündung. Zunehmend versagten ihre Hautfunktionen. Sie musste regelmäßig - unter Schmerzen - verbunden werden. Zum Schluss verlor sie sogar ihr Augenlicht.

„Sie war unglaublich stark, hat nie gejammert“, sagt Marion Paná. Sie sagt auch: „Wir waren in der ganzen Zeit nicht nur traurig, wir haben auch viel miteinander gelacht.“

Fünf Jahre dauert die Krankheit des kleinen Mädchens. Viele Tage und Stunden sitzt die Großmutter an ihrem Bett, spielt und beschäftigt sich mit ihrer aufgeweckten Enkelin. „Ich habe jede Veränderung wahrgenommen“, sagt Marion Paná: „Das war grausam.“ Über Ronjas letzten Tag schreibt sie: „Wir albern miteinander und haben viel Spaß. Trotzdem bemerke ich, sie ist nicht so fröhlich wie sonst. Sie lacht nicht mehr so viel. Ronja ist erschöpft.“

Erinnerungen: Das Foto zeigt Ronja zweijährig vor ihrer rätselhaften Erkrankung. Foto: nh

Im Epilog ihres Buches schreibt Paná: „Ich wollte aufzeigen, wie wertvoll und lebenswert ein Leben auch mit Einschränkungen ist.“ Große Unterstützung habe die Familie vom ambulanten Kinderhospizdienst Kassel / Göttingen erfahren. Mit ihrem Buch möchte Paná deshalb auch Danke sagen. Bewusst habe sie versucht, so wenig emotional wie möglich zu schreiben: Damit das Buch auch für andere Menschen lesbar sei.

Ronjas Eltern konnten es bislang nicht lesen. Zu groß sei für sie der Schmerz. Aber sie freuten sich, dass Ronja nicht nur in ihrer Erinnerung, sondern auch im Buch weiterlebt.

Und das war auch das Ziel. Marion Paná, die als Bauspar- und Finanzfachfrau arbeitet und mit ihrem Mann in Fuldatal-Ihringshausen lebt, wollte Ronja verewigen: „Alle sollen sich an sie erinnern.“

Marion Paná: Ronja, 160 Seiten, Wolkenreiter-Verlag Fuldatal, 14,95 Euro, ISBN 978-3-9811207-4-5.

Von Christina Hein

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