Polizei erwischte kaum Raser

24-Stunden-Blitz-Marathon: Alle traten auf die Bremse

Auf der Lauer: Polizeioberkommissarin Kristina Kleine hat gestern auf der Wiener Straße mit einem Lasermessgerät die Geschwindigkeit der Autos festgestellt. Ihr Kollege Jens Stollberg notierte sich Kennzeichen und Autotyp. Fotos: Malmus

Kassel. In Kassel und im Kreis Kassel waren die Autofahrer gestern langsamer unterwegs als sonst. Grund dafür war der 24-Stunden-Blitz-Marathon, den die Polizei im Vorfeld über die Medien angekündigt hatte.

Die Aktion läuft zwar noch bis heute Vormittag, aber bereits gestern zeichnete sich ab, dass an den zwölf Messstellen in Stadt und Landkreis wesentlich weniger Autofahrer geblitzt wurden als üblicherweise. Zahlen lagen dem Polizeipräsidium Nordhessen gestern noch nicht vor. „Aber unsere Kollegen vor Ort haben zurückgemeldet, dass es relativ wenige Geschwindigkeitsübertretungen gab“, sagt Polizeisprecher Wolfgang Jungnitsch. Gravierende Verstöße habe es bis zum Abend auch nicht gegeben, alle hätten sich im Verwarngeldbereich (bis 20 km/h zu schnell) befunden.

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Erst heute soll eine Bilanz der Messungen gezogen werden. Aber Jungnitsch äußerte sich bereits zufrieden über die Aktion. Die Autofahrer seien offenbar durch die Medienberichte im Vorfeld für das Thema sensibilisiert worden. Es gehe nicht darum, mit der Aktion die Autofahrer zur Kasse zu bitten.

Alles okay: Polizist Wolfgang Reiffer prüfte die Papiere von Minicar-Fahrer Kordo Amin.

Dies wäre auch gar nicht gelungen. An der Wiener Straße etwa waren während einer zweieinhalbstündigen Kontrolle von über 200 gemessenen Autos lediglich acht Autofahrer zu schnell. Wer herangewunken wurde, der gab sich reumütig. „Die höchste Übertretung lag an dieser Messstelle bei 17 km/h“, sagte Polizeihauptkommissar Dieter Kühne. Weil es sich um Verwarngelder bis zu 35 Euro handelte, kassierte die Polizei vor Ort. Ab 21 km/h zu schnell gibt es einen Bußgeldbescheid des Regierungspräsidiums.

Die Polizeioberkommissarin Kristina Kleine, die mit einer Laserpistole aus einem abgestellten Auto heraus die Autos auf der Wiener Straße ins Visier nahm, machte eine interessante Beobachtung: „Die fahren hier oft nur mit 40 oder 45 km/h vorbei. Die meisten wissen von der Aktion.“

Weil zwischen den Messungen Zeit blieb für weitere Kontrollen, prüfte die Polizei etwa die Papiere von Minicar-Fahrern, Schrottsammlern und machte Autofahrer auf defektes Fahrlicht aufmerksam.

Von Bastian Ludwig

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