Einstimmiges Votum des Ortsbeirats Bad Wilhelmshöhe - 700 Unterschriften für Erhalt

Alle wollen 50-Meter-Bad

Soll nach dem Willen des Ortsbeirats erhalten bleiben und wie geplant saniert werden: Das städtische Freischwimmbad im Stadtteil Bad Wilhelmshöhe mit seinem 50 Meter langen Becken. Archivfoto: Socher / nh

Bad Wilhelmshöhe. Als Bärbel Benderoth im Ortsbeirat die Unterschriftenliste für den Erhalt des Freibades in Bad Wilhelmshöhe an Ortsvorsteherin Anja Lipschik (Grüne) überreichte, gab es lang anhaltenden Beifall. Die Vorsitzende des Schwimmbad-Fördervereins hatte zusammen mit ihren Mitstreitern innerhalb weniger Tage 700 Unterschriften gesammelt. „Da kann man mal sehen, dass es hier nicht nur um eine Handvoll Frühschwimmer geht“, sagte Anja Lipschik.

Die Debatte um die Freibäder in Bad Wilhelmshöhe und Harleshausen hatte innerhalb weniger Wochen zum zweiten Mal die Menschen mobilisiert. Obwohl klar war, dass in der Sitzung keine neuen Fakten auf den Tisch kommen würden, waren 50 Gäste in den Pavillon der Christuskirche gekommen. Bei der Informationsveranstaltung im August waren es sogar 100.

An der Stimmung hat sich nichts geändert. Der Vorschlag von Kämmerer und Bäderdezernent Dr. Jürgen Barthel (SPD), das alte Bad abzureißen und durch einen Neubau mit zwei kleineren Becken zu ersetzen, stößt auf breite Ablehnung.

Über den Vorstoß, die beiden Freibäder in Bad Wilhelmshöhe und Harleshausen ganz aufzugeben und durch ein neues Bad auf dem Gelände des KVG-Betriebshofes in Bad Wilhelmshöhe zu ersetzen, wird gar nicht mehr geredet. Politisch ist das Thema mangels Unterstützung erledigt.

Der Ortsbeirat von Bad Wilhelmshöhe hat sich zur Zukunft des Freibades im Stadtteil jetzt ganz klar positioniert. Die drei vertretenen Fraktionen von Grünen, CDU und SPD sprachen sich einstimmig für den Erhalt des Bades und die Sanierung in der bisherigen Form aus. Die 50-Meter-Bahn soll bleiben, das Café ebenso und auch bei der Grundstücksgröße will man keine Abstriche machen. Immer wieder hatte es in den vergangenen Jahren Begehrlichkeiten gegeben, zumindest einen Teil der Liegefläche abzutrennen und daraus attraktive Grundstücke für Neubauten zu machen. Dem will der Ortsbeirat einen Riegel vorschieben.

Ob er damit Erfolg hat, wird die Debatte der nächsten Wochen zeigen. Das letzte Wort hat die Stadtverordnetenversammlung. Bisher steht der Beschluss aus dem Jahr 2008, nach dem die beiden Freibäder saniert werden sollen.

Anhörung geplant

Der nächste Schritt ist jetzt eine öffentliche Anhörung, die SPD und Grüne auf den Weg bringen wollen. Ein Termin steht noch nicht fest, die Anhörung soll aber möglichst bald stattfinden. Die Besetzung wird ähnlich sein wie die bei der Informationsveranstaltung in Bad Wilhelmshöhe. Neben einem Kasseler Architekten, einem Sportwissenschaftler und einem Vertreter des Denkmalschutzes sollen auch die Städtischen Werke, die Ingenieurgesellschaft Constrata (Bäderberatung) sowie ein Vertreter der Uni eingeladen werden.

Von Thomas Siemon

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