1. Startseite
  2. Kassel

Alle wollen alte Buslinie 12 über Nordshausen bis Wehlheiden

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Thomas Siemon

Kommentare

Blick auf Kassel von oben
Nach der KVG-Reform eingestellt: Mehrere Stadtteile wollen die Buslinie 12 zurück. © Stefan Rampfel

Es ist ungewöhnlich, dass drei Ortsbeiräte zusammen tagen. In Wehlheiden ist das geschehen. Es gibt zusammen mit Bad Wilhelmshöhe und Brasselsberg einen einstimmigen Hilferuf an KVG und Stadt.

Wehlheiden/Brasselsberg/Bad Wilhelmshöhe – Die Abstimmung erinnerte ein wenig an die Punktevergabe für den Sieger beim europäischen Gesangswettbewerb ESC. Das Resultat aus Bad Wilhelmshöhe: einstimmig. Wehlheiden: einstimmig. Brasselsberg: einstimmig. Alle drei Ortsbeiräte sprachen sich nach einer gemeinsamen Sitzung in den Bürgerräumen Wehlheiden dafür aus, dass die ehemalige Buslinie 12 wieder eingeführt wird. Auch aus Nordshausen dürfte es bei der Sitzung in zwei Wochen ein ähnliches Ergebnis geben. Eine Delegation war am Donnerstag schon vor Ort.

Mit so viel Rückenwind aus gleich vier betroffenen Stadtteilen dürfte wohl selten eine Veränderung im öffentlichen Nahverkehr gefordert worden sein. Anderthalb Stunden lang gab es von den Ortsbeiratsmitgliedern aus ganz verschiedenen Fraktionen und zahlreichen Besuchern ein Argument nach dem anderen für eine Änderung.

Bis zur Liniennetzreform im Jahr 2018 hat die Buslinie 12 die vier westlichen Stadtteile von Nordshausen über den Brasselsberg bis zur Druseltalstraße in Bad Wilhelmshöhe, der Kohlenstraße in Wehlheiden und dem Weinberg in einer direkten Linie verbunden. Heute funktioniert das umgestellte Angebot nach Ansicht der Kritiker kaum noch. Weder für die Hupfeldschule in Wehlheiden, noch für die Freie Schule auf der Marbachshöhe und schon gar nicht für die Heidewegschule in Bad Wilhelmshöhe mit vielen Kindern vom Brasselsberg. Das unzureichende Angebot im öffentlichen Nahverkehr sorge für eine eigentlich nicht gewünschte Belastung mit dem Elterntaxi, so die Kritik.

Auch auf dem Weg zur Arbeit sei das wenig praktikable Angebot ein Problem. Wenn man nicht endlos unterwegs sein wolle, sei man auf das Auto angewiesen. Ein Beispiel dafür lieferte Wilhelmshöhes Ortsvorsteherin Anja Lipschik, die die Sitzung leitete. Angesichts des Schneefalls sei sie ausnahmsweise mal nicht mit dem Fahrrad unterwegs.

Die Verbindung mit dem ÖPNV vom oberen Bereich der Marbachshöhe bis nach Wehlheiden sei so unpraktisch, dass sie zur Sitzung mit dem Taxi gekommen sei. Das Problem hätten etwa 2500 Menschen aus dem Quartier. Insbesondere für Kinder und ältere Bewohner sei das kaum zumutbar.

Die drei Vertreter der KVG nahmen all diese Kritikpunkte mit, sagten eine Prüfung zu und versprachen vor einer internen Abwägung erst einmal nichts. Trotzdem wurden sie mit Applaus verabschiedet. Was wohl auch daran lag, dass der aus Bremen nach Kassel gewechselte Bereichsleiter Uwe Raschke eine baldige Rückmeldung in Aussicht stellte. Und auch daran, dass als wichtigster Ansprechpartner für die Forderung die Politik ausgemacht wurde.

Der einstimmig verabschiedete Antrag richtet sich an den Magistrat und geht in die Stadtverordnetenversammlung. Hier wird entschieden, wie viel Geld die KVG zur Verfügung hat. Auch für die Linie 12.

Auch interessant

Kommentare