Ludwig-Mond-Straße/Schönfelder Straße

Ludwig-Mond-Straße/Schönfelder Straße: Alle wollen Ampelanlage

Wehlheiden. Grundsätzlich sind sie sich einig: die Sozialdemokraten Norbert Sprafke und Anke Bergmann sowie die Christdemokraten Dominique Kalb und Manfred Beyer Nachmittag beim Ortstermin. Die Kreuzung an der Ludwig-Mond-Straße/Schönfelder Straße/Sternbergstraße/Heinrich-Heine-Straße ist sehr gefährlich.

Lesen Sie auch:

- Jetzt offiziell einspurig: Abbiegen ist nun schwieriger

- Ludwig-Mond-Straße/Schönfelder Straße: Stadt setzt auf Einspurigkeit

- Ludwig-Mond-Straße: „Nur eine Spur soll bleiben“

Am liebsten wäre es allen, wenn der Verkehr umgehend durch Ampeln geregelt würde. Das würde um die 800.000 Euro kosten. Geld, das nicht vorhanden ist.

Um die Sicherheit der Fußgänger dennoch zu verbessern, hat das Straßenverkehrsamt den Übergang der Ludwig-Mond-Straße zur Schönfelder Straße auf eine Spur reduziert. Und hier scheiden sich die Geister.

Debatte um Ampel: (von links) Dominique Kalb, Manfred Beyer (CDU, Ortsbeirat Wehlheiden), Wehlheidens Ortsvorsteher Norbert Sprafke (SPD) und Anke Bergmann (SPD, Ortsbeirat Wehlheiden) 

Die CDU vertritt die Ansicht, dass durch die Einspurigkeit die Sicherheit für die Fußgänger nicht erhöht worden ist. Das könne nur durch eine Bedarfsampel erreicht werden, sagt Kalb, verkehrspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion. Stattdessen sei die Situation durch die Einspurigkeit noch gefährlicher geworden. Die Autos würden zu den Hauptverkehrszeiten auf der Ludwig-Mond-Straße im Stau stehen. Wegen der fehlenden Linksabbiegerspur in die Sternbergstraße.

 Beyer, der für die CDU im Ortsbeirat Wehlheiden sitzt, ist Anlieger. Er sagt, dass er zu Hauptverkehrszeiten vom Zwehrener Weg nicht mehr nach links auf die Ludwig-Mond-Straße abbiegen könne. Er klagt über Staus bis zur Adolfstraße.

Ortsvorsteher Sprafke bestreitet das. Er habe in dieser Woche an vier Tagen zu Stoßzeiten die Autos beobachtet. Zwar laufe der Verkehr langsamer als früher, „aber länger als eine halbe Minute hat keiner gewartet“. Die Wahrheit liegt in der Mitte: Am Freitagmittag zwischen 13 und 14 Uhr (durchaus schon Feierabendverkehr) bilden sich wiederholt Schlangen auf der Ludwig-Mond-Straße. Vom Stau kann aber keine Rede sein. Ein Autofahrer aus Kassel, der täglich zwischen 16 und 16.30 Uhr auf der Ludwig-Mond-Straße unterwegs ist, berichtet, dass es jetzt etwa zwei Minuten länger als früher dauert.

„Das ist kein Stau, der Verkehr ist nur langsamer. Warum bricht immer gleich die Panik aus, wenn Autofahrer mal vom Gas gehen müssen?“, fragt Bergmann. Die Sozialdemokratin gewinnt der kontroversen Diskussion aber etwas Gutes ab. „Jetzt haben alle erkannt, wie gefährlich diese Kreuzung ist.“ Bergmann hofft, dass durch die Debatte Druck auf den Magistrat ausgeübt und schneller gehandelt wird. Christdemokrat Kalb hat da so seine Zweifel. „Die Stadt zieht sich jetzt mit dieser Scheinlösung aus der Verantwortung.“

Apropos Verantwortung: Während die Christ- und Sozialdemokraten auf dem Bürgersteig diskutieren, kommt eine Anwohnerin und fragt, wer sich das mit der Einspurigkeit ausgedacht habe? Das sei der größte Mist, sagt die Frau und fordert: „Hier gehört eine Ampel hin.“ Niemand widerspricht ihr.  

Von Ulrike Pflüger-Scherb

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.