Das Geschäft mit Konferenzgästen entwickelt sich dank der zentralen Lage aufwärts

Alle wollen in Kassel tagen

Kassel. Wie es um den Internethandel in Deutschland bestellt ist, darüber wird am Wochenende bei einer zentralen Tagung in Kassel Bilanz gezogen.

Während sich der Online-Händlerverband im Best Western Grand City Hotel versammelt, tagt im Hotel La Strada die Berufsvereinigung für das rasenpflegende Personal auf den Golf- und Sportplätzen der Republik. Im Südflügel des Kulturbahnhofs tauschen zeitgleich Deutschlands vereinigte Streichinstrumentenlehrer neue Erkenntnisse aus. Und in zwei Wochen wird dies auch der Bundesverband der Mitwohnzentralen bei einem Treffen im Schlosshotel tun.

Dessen Direktor Dominik Hübler bestätigt, dass Kassel als Standort für bundesweite Tagungen und Kongresse immer beliebter werde. „Der Vorteil der zentralen Lage rückt mehr und mehr ins Bewusstsein.“ Wer mit Teilnehmern aus allen Teilen Deutschlands rechne, könne mit dem Tagungsort Kassel jedem einen etwa gleichen langen Anfahrtsweg bieten.

Hübler spricht von stetigen Steigerungsraten bei Tagungen und Konferenzen. Auch das Messegeschäft verstärke sich „von Jahr zu Jahr“, berichtet Geschäftsführer Ralf Umbach von der Messe Kassel GmbH. Direktor Jürgen Waindok vom Mercure-Hotel sagt mit Blick auf die Tagungsangebote des Viereinhalb-Sterne-Hauses: „Wir schauen optimistisch in die Zukunft.“

Wie viele zusätzliche Hotelgäste speziell der Tagungssektor nach Kassel bringt, kann aus den seit Jahren steigenden Übernachtungszahlen nicht herausgerechnet werden. Einen Hinweis auf die Größenordnung gibt aber die Entwicklung im Kongress-Palais Stadthalle, das mit 24 Sälen und Räumen Platz für insgesamt 4350 Personen bietet und damit der größte Veranstaltungsort ist.

Seit Jahren stetiger Zuwachs

Nach Angaben von Kassel Marketing hat sich die Belegung durch Tagungs- und Konferenzgäste binnen vier Jahren fast verdoppelt: 2008 waren es in diesem Segment gut 40.000 Nutzer, im vergangenen Jahr bereits knapp 77.000. Allein im ersten Halbjahr 2012 sind bereits 53.600 Tagungsgäste gekommen – „und das, obwohl zur documenta die Hotelzimmer knapp und teuer waren“, sagt Kassel-Marketing-Sprecherin Birgit Kuchenreiter. Nicht nur die Zahl der Einzelveranstaltungen nehme zu, sondern insgesamt auch deren Bedeutsamkeit. Dadurch wird Kassel mehr und mehr zum Austragungsort bundesweiter Weichenstellungen in Politik, Wissenschaft und Gesellschaft.

In letzter Zeit tagten hier etwa die Verkehrsministerkonferenz, die Kommunalpolitische Vereinigung der CDU / CSU mit Kanzlerin Merkel sowie der Bundeskongress Nationale Stadtentwicklungspolitik. Beispiele aus dem Forschungssektor sind der Weltsolarkongress sowie Europas größte Anwenderkonferenz für computergestützte Simulationstechnologien in der Produktentwicklung. Der Bundesinnungsverband der Steinmetze war kürzlich da, im Bereich Medizin und Gesundheit sind es unter anderem die Bundeswehr-Mediziner, die Deutsche Gesellschaft für Wundheilung, von B. Braun eingeladene Pflegekräfte aus ganz Deutschland bis hin zum Zentralverband der Fußpfleger, die ihre Jahrestreffen in Kassel abhalten.

Von Axel Schwarz

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