Nur wenige Kasseler erkennen die Köpfe der OB-Kandidaten

Allgegenwärtig und doch kaum bekannt

Kennen Sie diese Männer? HNA-Volontär Marcus Janz (von links) legte Georg und Michael Flörchinger am Opernplatz die Bilder der OB-Kandidaten vor. Fotos: Koch

Kassel. Die Straßen sind voller Wahlplakate. Wohin man schaut, ein Politiker schaut zurück. Zwei Wochen vor der Kommunalwahl scheint die Werbung der Parteien ihren Höhepunkt zu erreichen.

Doch was bewirken die Plakate? Wie bekannt sind die Politiker, die sich am 27. März zur Wahl stellen? Wir haben den Passanten in der Kasseler Innenstadt die Bilder der sechs Oberbürgermeister-Kandidaten gezeigt. Das Ergebnis dieser nicht-repräsentativen Umfrage zeigt, wie wenig die allgegenwärtigen Wahlplakate ins Bewusstsein der Bürger vordringen. „Ich glaube, das sind Schauspieler aus einer Krimiserie“, sagt Hildegard Moreau zuerst, als sie die Kandidaten-Konterfeis sieht. Bei Kai Boeddinghaus von den Linken wird sie stutzig: „Das ist ein Politiker“, sagt die 76-Jährige, „der sieht aber artig aus.“

Bertram Hilgen erkennt sie dann sofort – so wie fast alle Befragten. Der Amtsinhaber von der SPD lächelt in traditioneller Politikermanier von den Plakatständern. „Das ist unser Oberbürgermeister“, sagt der 72-jährige Rüdiger Claus. Seine Frau Ursula ergänzt: „Na, wer den nicht kennt.“ Auch Dr. Andreas Jürgens von den Grünen ist den meisten bekannt. „Das ist der im Rollstuhl“, sagen viele. Auf unserem Bild ist nur Jürgens’ Gesicht zu sehen, doch das Motiv des Wahlplakats hat sich eingeprägt.

Das trifft auch auf Olaf Petersen von der Piraten-Partei zu, der mit halbnacktem Oberkörper wirbt. „Den erkennt man eher am Brusthaar“, sagt Fabian Spallek. Der 26-jährige Baunataler darf zwar nicht in Kassel wählen, aber er kennt die meisten Kandidaten. Nur Ernst Wegener hält er für Konkurrent Hilgen, aber das korrigiert seine Begleiterin Lena Maren Schütz (26) sofort: „Nein, das ist der von der CDU.“ Politologie-Student Michael Flörchinger hat ein gutes Auge. Bernd W. Häfner erkennt er am Anstecker der Freien Wähler. Der 23-jährige Bayer wählt erstmals in Kassel: „Für einen von außerhalb sind das sehr spezielle Themen.“ Ähnlich geht es Ellen Jana. Hilgen, Jürgens und Petersen sind ihr ein Begriff. Nächste Woche hat sie Urlaub. Dann will sie sich genauer informieren.

„Namen sind Schall und Rauch“, sagt Maria Walter. Die 23-Jährige betrachtet mit Jessica Hinz (19) die Bilder. Sie ordnen die meisten Kandidaten richtig zu – wenn auch nach Sympathie. Rebecca Treis ist besser informiert: Die 21-Jährige ordnet souverän zu, kennt Boeddinghaus, Hilgen und Wegener beim Namen.

Ein letzter Versuch auf dem Opernplatz, der mit Plakaten übersät ist. Diesmal ein Volltreffer: Iris Kirchberg nennt ohne Zögern alle Kandidaten mit Namen und Partei. Aber die 45-Jährige ist die einzige, der das gelingt.

Von Marcus Janz

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