Nachruf

Aloys Zumbrägel ist gestorben: CDU-Politiker wurde 83 Jahre alt

Er war ein Freund der Kirchenmusik und machte selbst Musik: Der CDU-Politiker Aloys Zumbrägel ist im Alter von 83 Jahren gestorben. Archiv
+
Er war ein Freund der Kirchenmusik und machte selbst Musik: Der CDU-Politiker Aloys Zumbrägel ist im Alter von 83 Jahren gestorben. Archiv

Im Alter von 83 Jahren ist der langjährige Kasseler CDU-Politiker, ehemalige Fraktionsvorsitzende und frühere Landtagsabgeordnete Aloys Zumbrägel gestorben.

Kassel - Er hatte schon eine Weile gesundheitliche Probleme, sein Tod kam dennoch sowohl für die Familie als auch für Freunde und Weggefährten unerwartet. Er sei friedlich eingeschlafen, heißt es aus Familienkreisen.

Aloys Zumbrägel, der fest in seinem Stadtteil Wolfsanger verwurzelt war, ist nie ein Mann der Konfrontation gewesen. Das bestätigt sein langjähriger Parteifreund Michael von Rüden, der heute Fraktionsvorsitzender ist. „Er war keiner, der den Konflikt um jeden Preis suchte, der aber für jeden ein offenes Ohr hatte“, sagt von Rüden.

Aloys Zumbrägel ist gestorben: Der CDU-Fraktion im Kasseler Rathaus gehörte er fast vier Jahrzehnte an

Dennoch habe er sich zum Beispiel auf Parteitagen auch mal in Rage reden können. Das verband er zum Schluss oft mit dem Appell: „Jetzt geht an die Zäune und Hecken und kämpft für die Partei.“

Als profilierter Sozialpolitiker gehörte Aloys Zumbrägel der CDU-Fraktion im Kasseler Rathaus bis 2006 fast vier Jahrzehnte lang an. Auf Kontinuität und einen fairen Umgang miteinander legte der gelernte Elektriker und Sozialarbeiter immer wert. So hat er es in seinem Elternhaus mit auf den Weg bekommen. Aufgewachsen ist er mit acht Geschwistern im schwarzen Vechta in Südoldenburg. Im Wahlkreis seines Heimatortes sei die CDU häufiger auf über 80 Prozent gekommen, hat er einmal erzählt.

Aloys Zumbrägel ist gestorben: Der CDU blieb er wie der Katholischen Arbeiterbewegung immer treu

Schon früh hat er sich der gläubige Katholik in der kirchlichen Jugendarbeit engagiert. Sein Traum war es, in der Entwicklungshilfe zu arbeiten, doch daraus wurde nichts.

Als 1963 eine Stelle bei der Katholischen Arbeiterbewegung (KAB) in Kassel ausgeschrieben wurde, bewarb sich Aloys Zumbrägel. CDU-Mitglied war er damals schon. Die ersten Plakate für die Union hatte er allerdings nicht nur aus politischer Überzeugung geklebt. Damals habe sich unter den Jugendlichen schnell herumgesprochen, dass es zur Belohnung für die Helfer ein Riesenschnitzel gab.

Der CDU ist er ebenso wie der Katholischen Arbeiterbewegung immer treu geblieben. Im Ortsbeirat Wolfsanger-Hasenhecke arbeitete er auch nach seinem Rückzug aus der Stadtverordnetenversammlung noch mit.

Aloys Zumbrägel ist gestorben: Sein liebstes Hobby war die Musik

Für seine Verdienste ist Aloys Zumbrägel unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz, dem Ehrenbrief des Landes und dem Wappenring des Landeswohlfahrtsverbandes (LWV) ausgezeichnet worden.

Weitere Neuigkeiten über Menschen und die Region erhalten Sie mit unserem Kassel-Newsletter.

Sein liebstes Hobby war die Musik. Auf einer elektronischen Orgel, die er bei Ebay ersteigert hat, spielte er gern Kirchenlieder. Aloys Zumbrägel hinterlässt seine Frau Renate, die beiden erwachsenen Söhne mit Familie und zwei Enkel. (Thomas Siemon)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.