Kasseler Unternehmen fordern Politik auf, Weser als Bundeswasserstraße zu belassen

Alstom: Schiffbarkeit erhalten

Karsten Stückrath,

Kassel / Hessisch Lichtenau. Der Kasseler Hersteller von Spaltgaskühlern, die Alstom Power Energy Recovery GmbH, fordert, die Oberweser nicht herabzustufen und als Bundeswasserstraße zu erhalten. „Wir und die Firma Richter in Hessisch Lichtenau brauchen die Schiffbarkeit für den Transport unserer Produkte“, sagt der Geschäftsführer von Alstom Power, Karsten Stückrath, und appelliert an die heimischen Politiker, ihren Einfluss in Berlin geltend zu machen.

Hintergrund sind die extrem großen und schweren Bauteile, die beide Unternehmen produzieren. Alstom stellt die Herzstücke von Raffinerien und Chemie-Anlagen her, ohne die Öl und Gas nicht gecrackt werden könnten. Sie sind bis zu 45 Meter lang und 550 Tonnen schwer und können nicht über weite Strecken auf der Straße zu den Verschiffungshäfen an der Nordsee transportiert werden. Richter produziert unter anderem Teile für Großmaschinen, die mehr als 100 Tonnen auf die Waage bringen.

Beide Unternehmen sind in Sorge, weil es im Bund Bestrebungen gab und gibt, die Oberweser aus Kostengründen herabzustufen, wodurch die Schiffbarkeit zumindest stark beeinträchtigt wird.

Stückrath ist überzeugt, dass zusätzliche Transporte anderer Unternehmen über die Weser möglich wären, wenn man an der Verladestelle in Hann. Münden einen stationären Kran installieren würde. Der wäre auf Dauer preiswerter als die jetzt eingesetzten mobilen Kräne. „Dafür muss aber gewährleistet sein, dass die Oberweser dauerhaft schiffbar bleibt. Und dann finden sich auch Investoren für den Kran“, sagt Stückrath. Die Schiffbarkeit der Oberweser sichere Beschäftigung in Nordhessen und Südniedersachsen.

Schwesterwerk

Unterdessen kann sich auch das Alstom-Schwesterwerk für Hochleistungsschalter in Umspannwerken für den Transport über die Weser erwärmen. Zumindest die besonders sperrigen Hightech-Schalter könnten künftig verschifft statt mit dem Lkw zu den Häfen gebracht werden. „Mit stationärem Kran wäre das eine echte Alternative für uns“, sagte der Geschäftsführer von Alstom Grid in Kassel, Klaus Lingelmann. Archivfoto: Krischmann/nh

Von José Pinto

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