Alte Eissporthalle: Auch Fans sollen umziehen

Industriedenkmal Salzmann-Fabrik in Bettenhausen: Dort könnte in den historischen Gebäuden nach dem Scheitern der Multihalle ein Behördenzentrum entstehen. Unten im Bild die Sandershäuser Straße, links die Agathofstraße, am rechten Bildrand ist die Kunigundis-Kirche in Bettenhausen zu erkennen. Foto:  Herzog mit Unterstützung von Charterflug Kassel Knabe

Kassel. Projektentwickler Dennis Rossing plant, für 21,5 Millionen Euro die Salzmann-Gebäude in Bettenhausen zu Büros für Rathaus-Mitarbeiter und weitere Mietinteressenten umbauen. Außerdem plant er, die alte Eissporthalle am Auestadion aufzuwerten und dort 14 Millionen Euro in den Umbau investieren. Wie die Investitionen finanziert werden sollen, sagt der Unternehmer nicht.

7400 Zuschauer dürfen in die Eissporthalle. Für bis zu zehn Sonderveranstaltungen im Jahr, etwa Konzerte von bekannten Pop-Größen, sind 8200 Zuschauer möglich. In der nach dem Lizenzentzug für das Profiteam der Huskies gescheiterten Salzmann-Arena waren 9000 Zuschauerplätzen geplant.

Architekt Hans-Uwe Schultze will den „Heuboden“ der Eishockeyfans von der Südseite der Halle zur Nordseite verlegen. Die Fans wären dort näher am Eis. An der Südseite ist dann Platz für ein 11,5 Meter hohes Bühnenhaus - eine Höhe, die für moderne Technik nötig ist.

Aus der Sicht der Stadt wäre der Ausbau der alten Eissporthalle ein Gewinn. Direkt am sanierten Auestadion könnte eine kleine Multifunktionshalle künftig nicht allein die Pferdegala Apassionata, sondern auch wieder Stars zum Auftritt nach Kassel locken.

Doch auch wenn es gelingen sollte, die modernisierte Halle besser als bisher für Veranstaltungen zu vermarkten, wird es angesichts der nötigen Millionen-Investition sehr schwierig, damit Geld zu verdienen. Investor Dennis Rossing will deshalb ein Paket aus dem geplanten Behördenzentrum bei Salzmann und der zu modernisierenden Eissporthalle schnüren. Das wirtschaftliche Projekt in Bettenhausen soll nach seiner Vorstellung das Projekt am Auestadion stützen.

Fraglich ist, wann die Stadtverordneten über einen Mietvertrag für Salzmann entscheiden. Oberbürgermeister Bertram Hilgen und die SPD wollen dem Vernehmen nach gern noch vor der Kommunalwahl Ende März vermelden, dass es eine Lösung für die Industriebrache gibt. Die Grünen, die mit der SPD im Rathaus zusammenarbeiten, möchten allerdings noch in Ruhe prüfen. Die anderen Fraktionen lehnen die Umzugspläne ab. Bei der Eissporthalle ist Rossing unter Zeitdruck: Sein Mietvertrag mit Eigner Simon Kimm läuft im Frühjahr aus, er muss bald entscheiden, ob er das Gebäude kauft und umbaut. Vertraglich sind fünf Millionen Euro als Kaufsumme vereinbart.

Einte Fotostrecke zum Thema „Die Planung der Kasseler Multihalle im Wandel der Zeit“ finden Sie auf www.hna.de/foto

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