Dauer: Bis Mitte August

Abrissarbeiten am ehemaligen Güterbahnhof: Alte Hallen verschwinden

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Nur noch ein Gerippe aus Stahlträgern: Die ehemaligen Hallen des Güterbahnhofs sollen bis Mitte August abgerissen sein. Auf dem Gelände am Hauptbahnhof entsteht ein Neubau für die Fraunhofer-Gesellschaft.

Kassel. In drei Wochen wird von den riesigen Hallen des ehemaligen Güterbahnhofs nichts mehr übrig sein. Zumindest nicht auf dem Gelände an der Nordseite des Kasseler Hauptbahnhofs.

Denn das Material verschwindet nicht einfach, sondern soll so weit wie möglich wiederverwertet werden. Die Steine aus den Mauern, die Bodenplatten und Fundamente kann man auf anderen Baustellen nutzen.

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„Das sind 25.000 Tonnen Material“, sagt der Geologe Oliver Brenneken von der Kasseler Firma Geonik, der die Abbrucharbeiten leitet. Auch 700 Tonnen Stahl - in erster Linie von den großen Trägern - wird recycelt. Zunächst muss aber die Rostschutzfarbe entfernt werden, die giftige Stoffe enthält. Problematisch sind zudem Asbestplatten und Teerpappen. Diese müssen getrennt entsorgt werden.

Möglicherweise liegen auf dem Gelände auch noch Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg. Bei den bisherigen Sondierungen sind einige verdächtige Punkte aufgefallen. Das können aber auch Schrauben oder andere Überbleibsel der bisherigen Nutzung sein. Ehe der Tiefbau im Spätsommer beginnt, sollen diese Flächen noch einmal genauer unter die Lupe genommen werden. „Die Kanalarbeiten beginnen Ende August“, sagt Anne Kirschbaum vom städtischen Planungsamt. Die Erschließungsarbeiten sollen bis Ende 2015 abgeschlossen sein. Dazu gehört auch der Bau einer neuen Straße als Verbindung nach Rothenditmold.

Reserve für weitere Firmen

Riesige Mengen Schutt: Beim Abriss am alten Güterbahnhof werden 25 000 Tonnen Steine und Beton abgefahren.

Die Stadt Kassel hat das Grundstück, das Platz für 64 Einfamilienhäuser mit einem Grundstück von 500 Quadratmetern hätte, von der Bahn gekauft und bereitet es jetzt für die Bebauung für die Fraunhofer-Gesellschaft vor. Für diesen Beitrag zur Stadtentwicklung gibt es Fördermittel in Höhe von 2,5 Millionen Euro durch den europäischen Efre-Strukturfonds. Auf dem Gelände werden Arbeitsplätze für zunächst 320 Mitarbeiter entstehen. Die Fraunhofer-Gesellschaft investiert 100 Millionen Euro in den Standort. Hier sollen die bislang auf unterschiedliche Gebäude verteilten Einrichtungen des Instituts für Windenergie und Systemtechnik (Iwes) untergebracht werden. In einem zweiten Bauabschnitt, für den es noch keinen konkreten Zeitplan gibt, soll dann auch weiterer Platz für das Institut für Bauphysik (IBP) geschaffen werden.

Auf dem ehemaligen Güterbahnhofsgelände ist damit noch nicht Schluss. Es gibt eine weitere Grundstücksreserve für Ansiedlungen rund um die Forschungsinstitute.

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