Ortsbeiräte Süd und Wehlheiden

Stadt soll frühere Kinderklinik für Flüchtlinge öffnen

Das ehemalige Kinderkrankenhaus Park Schönfeld

Kassel. Das ehemalige Kinderkrankenhaus Park Schönfeld soll eine Unterkunft für Flüchtlinge werden, wenn es nach dem Willen der Ortsbeiräte Wehlheiden und Südstadt geht. Der Ortsbeirat Südstadt forderte dies erneut jetzt während seiner jüngsten Sitzung.

Das leer stehende Gebäude an der Frankfurter Straße sei wegen seiner Größe geeignet für die Menschen, im Gegensatz zu Massenunterkünften.

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Es sei zu bedenken, dass man seit einem Jahr mit der ehemaligen Jägerkaserne eine Flüchtlingsunterkunft im Stadtteil habe, hieß es. Die Menschen dürften nicht konzentriert in der Südstadt und Nord-Holland untergebracht werden, sonst könnten der Bedarf an Integration und die Probleme zu groß werden, lautete die Sorge. Wenn zu viele Flüchtlingskinder die beiden Schulen im Quartier besuchten, könnte dies Eltern veranlassen, ihre Kinder in andere Schulen zu schicken. Gemeinsamer Unterricht sei aber gerade im Gegenteil eine Chance für Integration und soziales Lernen, hieß es. Der Beirat Südstadt regt Sportprojekte an, die die Universität am Standort Auestadion mitinitiieren könnte.

Während der Sitzungen in der Südstadt, Wehlheiden und Bad Wilhelmshöhe meldete sich jeweils Thomas Aleschewsky zu Wort. Der Sozialarbeiter plädierte unter anderem ausdrücklich für die Unterbringung der Flüchtlinge in Wohnungen. Massenunterkünfte ohne Privatsphäre seien für die meist Traumatisierten unzumutbar und schädlich, erläuterte er.

Alle drei Beiräte wollen an einer schnellen Integration der Flüchtlinge mitwirken, erklärten sie. Sie sollen, so die Forderung aus Wehlheiden, in Gemeinschaftsunterkünften maximal ein Jahr mit sozialer Betreuung leben, nicht in Containern und nicht in Gewerbegebieten. Das ehemalige Kinderkrankenhaus Park Schönfeld sei als Unterkunft wegen seiner Nähe zur Jägerkaserne und den damit einhergehenden Betreuungsmöglichkeiten geeignet, hieß es weiter.

Außerdem möge die Stadt klären, ob die leer stehenden Wohnungen, etwa an der Schopenhauer- und der Schellingstraße, für Flüchtlinge bereitgestellt werden können.

Für deren Lebensqualität will man sich auch im Stadtteil Bad Wilhelmshöhe einsetzen. Kontaktaufnahme und ein Besuch in der Unterkunft an der Druseltalstraße 93, um sich ein Bild von der Situation zu machen, wurden als erste Schritte bestimmt.

Von Sabine Oschmann

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