Teil der historischen Zollmauer wird später im Alten- und Pflegeheim ausgestellt

Die alte Stadt im Blick

Zeugnis der Vergangenheit: Die Mauerreste, die bei der Untersuchung des Baugrundes am Unterneustädter Kirchplatz freigelegt wurde, sollen im Foyer des neuen Altenheims ausgestellt werden. Archivfoto: Koch

Kassel. Baustart für das Alten- und Pflegeheim der Sozialgruppe Kassel am Unterneustädter Kirchplatz: Die Bodenplatte liegt, die Arbeiten am Erdgeschoss laufen. Es ist ein weiterer Neubau, der auf geschichtsträchtigem Boden entsteht.

Im Untergrund finden sich in der Unterneustadt Zeugnisse der ersten Kasseler Stadterweiterung.

Auf das einstige Stadttor, wie zunächst vermutet, sind die Bodenfachleute dabei zwar nicht gestoßen, aber auf Teile der alten Zollmauer. Die Steine wurden in Absprache mit den Archäologen und der Denkmalpflege abgetragen. Sie sollen später im Foyer des neuen Alten- und Pflegeheims wieder zusammengesetzt und gemeinsam mit anderen Fundstücken - Scherben und kleine Gefäße - gezeigt werden.

Blick zurück: Das Gemälde zeigt die Unterneustadt im 17. Jahrhundert. Durch die Mitte zieht sich die Stadtmauer mit dem Leipziger Tor. Links ist das Landgrafenschloss zu sehen. Dort steht heute das Kasseler Regierungspräsidium. Foto: nh

Gerald Reißmann, geschäftsführender Vorstand der Sozialgruppe, freut sich schon darauf. Über dem 2,50 mal 1,50 Meter großen Zollmauerstück wird ein Druck hängen, der die Unterneustadt im 17. Jahrhundert zeigt. „Nirgendwo in der Unterneustadt sieht man etwas vom Bodendenkmal“, sagt Reißmann. „Wir wollten etwas sichtbar machen.“ Das Bodendenkmal soll als Zeugnis der ersten Stadterweiterung erhalten bleiben. Deshalb dürfen Neubauten in der wiedergegründeten Unterneustadt an der Fulda nicht unterkellert werden.

Drei Wochen lang war der Baugrund neben dem QVC-Gebäude von Fachleuten untersucht worden. Nun gehen die Neubauarbeiten voran. Wenn kein strenger und langer Winter kommt, könne der Zeitplan eingehalten werden, sagt Reißmann. Das 9,3 Millionen Euro teure Alten- und Pflegeheim mit 80 Plätzen soll im März 2013 fertig sein. Im Renthof, der bis zum Umzug in Betrieb bleibt, stehen 53 Plätze zur Verfügung.

Zurückhaltende Farbgebung: Das Modell zeigt, wie das Alten- und Pflegeheim einmal aussehen wird. Foto: nh

Zurzeit wird am Farbkonzept für die Fassade des Neubaus gearbeitet - Favoriten sind ein warmes Grau im Mix mit holzfarbenen Farbflächen. Ein Musterzimmer, das im März/April 2012 fertig sein soll, wird einen Eindruck von der Inneneinrichtung geben.

Der Neubau wird Alt und Jung vereinen. Eine Kita-Gruppe der Waisenhausstiftung wird dort einziehen. Außerdem werden fünf Apartments mit Dachterrassen frei vermietet. In der fünften Etage wird es auch ein Besucherzimmer geben. Geplant ist zudem eine Gastwirtschaft mit Espressobar. Für die Ausstattung sucht die Sozialgruppe noch Sponsoren. Von der Dachterrasse aus soll man einen wunderbaren Blick auf die Stadt haben. Die Vorfreude ist Reißmann deutlich anzumerken. „Wir sind bekennende Innenstädter“, sagt er mit Blick auf den Renthof und das Haus am Holzmarkt mit der Tagespflege. „Wir fühlen uns hier wohl.“

Von Ellen Schwaab

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