Alexandra Berge und Tobias Krechel sind Hessentagspaar 2013

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Etwas schräg: Alexandra Berge und Tobias Krechel werden demnächst im Rampenlicht stehen. Sie sind das Kasseler Hessentagspaar. Unser Foto entstand an Berges Arbeitsstelle, im Kasseler Kunstverein, der für die Zeit der documenta an die Werner-Hilpert-Straße 23 umgezogen ist. Die Schreibtischlampen-Installation im Vordergrund hat einen funktionalen und einen ästhetischen Wert.

Kassel. Weg mit den alten Zöpfen, her mit frischen Ideen: Kassel ist angetreten, 2013 einen Hessentag auszurichten, der modern, offen und ganz anders sein soll. Mit dem Hessentagspaar, das jetzt gekürt wurde, ist der erste Schritt getan.

Ein so unkonventionelles Paar für ein Fest, das sich in der Regel im Trachten-Look präsentiert, gab’s noch nie: Alexandra Berge (38) und Tobias Krechel (43), die ab jetzt bis zum Hessentag die Stadt Kassel auf etwa 150 Terminen repräsentieren, werden ihr Publikum gewiss erst verblüffen und dann faszinieren.

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Beide kommen aus Kassels Kreativszene. Berge, die Wirtschaft studiert und Buchhändlerin gelernt hat, arbeitet als Leiterin der Geschäftsstelle des Kasseler Kunstvereins. Tobias Krechel ist Theaterautor und freischaffender Regisseur. Das Kasseler Publikum kennt ihn aus Produktionen für das Staatstheater und das Theater im Centrum (tic). Schnell wird klar: Trachten tragen, Klischees und Konventionen sind ihre Sache nicht. Sie seien sich im Klaren, dass das Umfeld, dem sie entstammen „einer eher traditionellen Veranstaltung wie dem Hessentag auf den ersten Blick nicht nahe zu stehen scheint. Aber: „Gerade hier sehen wir unsere Stärke und die Möglichkeit, die Stadt Kassel in ihrer kulturellen und sozialen Breite darzustellen.“ In einer Großstadt sei eine solche Entscheidung Chance und Herausforderung zugleich,“ sagt Berge und streicht sich eine Haarsträhne hinters Ohr. In ihrem Kleid mit maritimem Muster wirkt sie wie eine Studentin. Dabei verfügt die gebürtige Hombergerin über ein Spektrum an Berufs- und Lebenserfahrung. Sie und Krechel, der in Moers geboren wurde und später das Engelsburg-Gymnasium in Kassel besuchte, seien überzeugte Wahl-Kasseler. Im Gespräch blitzt stets Begeisterung für die Stadt und ihre Einwohner auf. Kassel sei interessant und groß und dabei übersichtlich genug, dass man sich kennt, sagt Berge. Netzwerke funktionierten gut. „In Kassel herrscht mehr Zusammenarbeit als Konkurrenz.“

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Kultur sei ein Pfund, mit dem die Stadt wuchern könne. Doch den Begriff dürfe man nicht so eng sehen, sagt Krechel: „Es gibt ja in Kassel auch eine Sportkultur.“ Die beiden, die privat ebenfalls ein Paar sind, haben sich in der Kunst-Szene kennengelernt. Das schließt nicht aus, dass sie leidenschaftliche Fußballfans sind. Gemeinsam drücken sie dem KSV die Daumen. Außerdem ist Krechel Dortmund- und Berge FC Bayern-Fan. Sie lachen. Das sei gelebte Toleranz. Berge und Krechel sind intelligent und kommunikativ. Bevor sie reden, denken sie. Gleichzeitig lieben sie Improvisation und Kreativität. Der Kabarettist Bernd Gieseking, der ihre Bewerbung unterstützt hat, charakterisiert sie als „klug, kreativ, komisch, seriös, schnell und charmant“.

„Alles ist offen“, sagt Krechel zur neuen Aufgabe. Und Berge: „Wir freuen uns darauf.“

Von Christina Hein

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