Ausbildung in dem sozialen Beruf ist bei Jugendlichen unbelieb

Altenpflege: In Kassel fehlen 110 Fachkräfte

Kassel. Der Mangel an Fachkräften in der Pflege nimmt dramatisch zu. In Kassel und im Landkreis Kassel fehlen momentan 110 Pfleger (29 Altenpfleger und 82 Altenpflegehelfer).

Das geht aus dem „Pflegemonitor“ des hessischen Sozialministeriums hervor. Und das Problem wird sich noch verschärfen: Immer mehr Menschen benötigen Pflege, den Pflegern fehlt aber der Nachwuchs. „Das ist ein Trend, der sich verschärft und auf den wir bereits seit vielen Jahren hinweisen“, sagt Angelika Trilling vom Kasseler Referat für Altenarbeit.

Berufe in der Altenpflege sind im Vergleich zur Krankenpflege bei jungen Menschen wenig attraktiv und schlechter bezahlt, sagt der Leiter der beruflichen Willy-Brandt-Schule in Kassel, Reiner Heine. Anhand der Schülerzahlen, die sich in die Gesundheitsklassen der Fachoberschule eingewählt haben, wird die Schieflage deutlich: Von derzeit 100 Schülern haben sich 80 für den Bereich Kranken- und nur 20 für die Altenpflege entschieden.

Seit Jahren wird auf politischer Ebene darüber diskutiert, ob beide Ausbildungsbereiche zusammengelegt werden. Das empfiehlt auch Angelika Trilling. Eine gemeinsame Ausbildung mit der Möglichkeit einer Spezialisierung und späteren Durchlässigkeit wäre ideal. Trilling: „Zurzeit ist die Ausbildung für junge Menschen völlig unattraktiv.“

Entsprechend der demografischen Entwicklung ist in Hessen die Zahl der Pflegebedürftigen innerhalb von zwei Jahren um 11 000 Menschen gestiegen. Es handelt sich um mehr als 187 000 Menschen, die gepflegt werden müssen. In Kassel sind es mehr als 7000, fünf Jahre zuvor waren es noch 1000 weniger. Während der Anteil der stationär Versorgten rückläufig ist, steigt die Zahl derjenigen, die zu Hause mithilfe von ambulanten Diensten versorgt werden, stark an. Sie machen heute drei Viertel aller Pflegebedürftigen aus.

Von Christina Hein

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