Investoren wollten Hotel Hessenland übernehmen – Verlangter Kaufpreis sei aber zu hoch

Alter Dachgarten vom Hotel Hessenland sollte aufblühen

Noch mit Dachgarten: Noch bis 1979 hatte das Parkhotel Hessenland einen Dachgarten, von dem man bis zum Herkules schauen konnte. Unser
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Noch mit Dachgarten: Noch bis 1979 hatte das Parkhotel Hessenland einen Dachgarten, von dem man bis zum Herkules schauen konnte. Unser

Das Hotel Hessenland in Kassel ist seit einem Jahr geschlossen. Dabei liegen interessante Pläne in der Schublade. Zwei interessierte Investoren berichten.

Kassel - Es war das erste international ausgerichtete Hotel, das nach dem Krieg in der Kasseler Innenstadt neu entstanden ist: Nun steht das 1953 eröffnete Hotel Hessenland vor einer ungewissen Zukunft. Seit einem Jahr sind die Türen geschlossen. Dabei gäbe es Investoren, die das traditionsreiche Haus gerne aus dem Dornröschenschlaf reißen würden. Doch Verhandlungen mit den Eigentümern scheiterten an den Preisvorstellungen für das denkmalgeschützte Haus.

Hotellobby in den 50er-Jahren: Der Eingangsbereich des Hotels hat sich über die Jahrzehnte wenig verändert.

In der Corona-Pandemie wurde das Hotel an der Oberen Königsstraße wie viele weitere in Kassel geschlossen. Doch aus der Zwangspause wurde der Betrieb nicht mehr erweckt. Zu den Gründen teilte die Berliner Grand City Hotel-Gruppe (GCH) nichts mit. Nur soviel: Es sei noch unklar, was mit dem Hotel passieren solle.

Dazu hätten mehrere Kasseler konkrete Ideen. Neben dem Geschäftsmann Udo Wendland hatten auch der Immobilienentwickler Michael Kopeinigg und der Gastronom Thomas Nähler (Steinernes Schweinchen/ Orangerie) großes Interesse an einem Kauf. Gemeinsam wollten Kopeinigg und Nähler das Hotel sanieren und weitestgehend in seinen ursprünglichen Zustand zurückversetzen. So sollte beispielsweise die einstige Dachterrasse, von der Blicke bis nach Wilhelmshöhe möglich waren, neu angelegt werden. Auch der alte Tanzsaal, der 200 Personen Platz bietet, sollte restauriert und reaktiviert werden.

Dachgarten mit Ausblick: Von hier konnte man bis nach Wilhelmshöhe schauen.

Zu dem angebotenen Immobilienpaket hätte auch das Hotel Domus an der Erzberger Straße gehört, das ebenfalls der GCH-Gruppe gehört. „Thomas Nähler hätte den Betrieb der Häuser geführt und in seine bisherigen Angebote integriert“, so Kopeinigg. Mehr als ein Jahr lang habe man in Verhandlungen mit den Eigentümern gestanden. Weil beide Häuser nur etwa 50 Zimmer haben und zudem im Hotel Hessenland ein hoher Sanierungsbedarf bestehe, war der aufgerufene Kaufpreis den Interessenten deutlich zu hoch. „Trotz möglicher Förderungen war das nicht realisierbar“, sagt Kopeinigg. Nach HNA-Informationen hat die GCH-Gruppe mehr als drei Millionen Euro für ihre Hotels verlangt, die beides Baudenkmale sind. Bei einem realistischen Preisniveau von unter 100 Euro pro Zimmer wäre eine Amortisation in weite Ferne gerückt.

Nähler und Kopeinigg bedauern, dass das Projekt gescheitert ist. „Wir hätten ein tolles Hotel für den neuen Brüder-Grimm-Platz geschaffen“, ist sich Kopeinigg sicher. Für Nähler ist es sogar eine persönliche Angelegenheit. Er hat seine Ausbildung im Hotel Domus gemacht. Der Gastronom will die Hoffnung aber noch nicht ganz aufgeben. „Sollte es sich der Eigentümer anders überlegen, stehen wir bereit“, so Nähler.

Die Unternehmer würden es bedauern, wenn das Hotel zur documenta geschlossen bliebe. Leider sehe es derzeit danach aus. (Bastian Ludwig)

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