Alter Schatz, neu entdeckt

Büchersammlung eines Rabbiners: 100 Jahre in Murhardscher Bibliothek

Einzigartiger Schatz jüdischer Kultur: Sabina Lüdemann, Leiterin der Hessischen Abteilung, und Dr. Axel Halle, Leiter der Universitätsbibliothek mit den ältesten Büchern aus der Privatbibliothek des Rabbiners. Foto: Rudolph

Kassel. Vor den Nazis gerettet, in Vergessenheit geraten und wiederentdeckt: Die Literatursammlung eines Kasseler Rabbiners hat über ein Jahrhundert lang in den Regalen der Murhardschen Bibliothek geschlummert.

Jetzt ist die Privatbibliothek des Landesrabbiners Isaac Prager (1847-1905) wieder ans Licht geholt worden. Die Unibibliothek will die historische jüdische Privatbibliothek restaurieren und digitalisieren, sodass Forscher weltweit darauf zugreifen können.

Eine zusammenhängende, nahezu vollständig erhaltene Privatbibliothek eines Rabbiners aus dem 19. Jahrhundert sei möglicherweise einzigartig in Deutschland, sagt Dr. Axel Halle, Direktor der Universitätsbibliothek. Die Sammlung erlaube Rückschlüsse auf den „Bildungskosmos“ jüdischer Gelehrter zur damaligen Zeit. Isaac Prager muss ein belesener Mann gewesen sein: 3000 Bücher aus seiner Bibliothek sind erhalten. Dabei handelt es sich vor allem um zeitgenössische rabbinische Literatur auf Deutsch und Hebräisch sowie Werke zu Geschichte, Philosophie und Pädagogik, insbesondere Lehrbücher für jüdische Schulen.

Der kulturhistorische Wert sie immens, wie

Die Wiederentdeckung des

vor Nazis bewahrt

Allerdings entgingen zahlreiche Bände aus dem Nachlass von Isaac Prager dem Brand, hierunter insbesondere Stücke aus der Gruppe der Rabbinica.

Seit einiger Zeit bemüht die Bibliothek sich darum, die Bibliothek Prager so weit wie möglich zu rekonstruieren und den erhaltenen Bestand innerhalb einer Signaturgruppe auch physisch wieder zusammenzuführen.

Grabstein in Bettenhausen

Von Katja Rudolph

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