Freiwillige vom Brasselsberg befreiten das 100 Jahre alte Bauwerk von Dreck und Müll

Herrlicher Ausblick: Ortsvorsteher Bodo Nordmeier, Dieter Schorbach von Hessen-Forst und Marc Dyrcz waren während der Putzaktion auch auf der Turmkrone zugange.

Brasselsberg. Nach seiner umfangreichen Sanierung hat der Kasseler Bismarckturm auf dem Brasselsberg am Wochenende den letzten Schliff erhalten.

Helfer des Ortsbeirats und der AG Stadtteilkultur sowie der freiwilligen Feuerwehr Nordshausen/Brasselsberg griffen zu Besen, Drahtbürste, Gartenschere und Eimer, um den über 100 Jahre alten Turm von allerlei Schmutz und Unrat zu befreien.

Im vergangenen Oktober war das Baudenkmal wieder für Besucher geöffnet worden, nachdem die marode Treppe gegen eine neue aus Edelstahl ersetzt worden war. Die Kosten von 90 000 Euro hatte das Land Hessen als Eigentümer getragen, das bereits acht Jahre zuvor 200 000 Euro in eine Generalsanierung des Turms gesteckt hatte.

Und noch eine Verbesserung gibt es für Ausflugsgäste auf dem 435 Meter hohen Brasselsberg seit Kurzem: Hessen-Forst hat einige wenige Bäume am Hang unterhalb des Turms gekappt, um den Blick auf den Stadtteil freizugeben. Wer die 120 Stufen auf die Plattform hochsteigt, wird bei gutem Wetter mit einem fantastischen Panorama belohnt.

Der Bismarckturm sei gewissermaßen das Wahrzeichen des Stadtteils, sagt Ortsvorsteher Bodo Nordmeier. Und das gelte es zu pflegen - zumal jetzt alles „tipptopp saniert“ sei. Die Altersspanne der 30 Freiwilligen reichte bei der Gemeinschaftsaktion am Samstag von knapp einem bis zu 84 Jahren. Während der „Dienstälteste“ , Heinrich Schmoll, Gestrüpp und Büsche um den Turm stutzt, knien einige Meter oberhalb auf dem Fuß des Turms der zweijährige Felix Weiß und sein Bruder Pascal (4) in einer Staubwolke. Der achtjährige Stefan Emde fegt mit einem Besen die breiten Stufen, Pascal leert den Dreck mit einem Kehrblech in den Eimer, den sein Bruder bewacht.

Durch die lange Trockenheit lässt sich das Moos zur Freude der Brasselsberger Saubermänner und -frauen leicht von den Steinen lösen. „Es sieht schon richtig gut aus im Vergleich zu heute Morgen“, urteilt Michael Emde von der Feuerwehr nach anderthalb Stunden Arbeit. Johannes-Christian Funke macht erst mal eine Pause. „Ich habe schon die Ecken im Turm drin geputzt, die Wände saubergeschrubbt, ein paar Stöcke weggemacht und Müll aufgesammelt“, zählt der Neunjährige auf. Obwohl ein Mülleimer vor dem Turmeingang steht, lassen immer wieder Menschen achtlos Flaschen, Verpackung und anderen Unrat zurück. „Am liebsten wäre es uns, wenn jeder seinen Müll wieder selbst mit nach Hause nehmen würde“, sagt Hessen-Forst-Bereichsleiter Dieter Schorbach. Die Reinigungsaktion jedenfalls soll wahrscheinlich nächstes Jahr wiederholt werden. „Der Elan heute war toll“, sagt Ortsvorsteher Nordmeier. „Das sollten wir nicht versanden lassen.“

Von Katja Rudolph

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