Bauaufsicht bemängelt Brandschutz – Auch Fuldamuseum ist betroffen

Altes Silo am Kasseler Hafen ist erst mal dicht

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Historisches Gebäude: Das Große Silo wurde einst von der Bremer-Mindener Schifffahrtsgesellschaft errichtet, die die Lagergebäude 1936 übernahm. Der Kasseler Hafen selbst war im August 1895 eröffnet worden. Als Umschlagplatz wurde er 1977 geschlossen. Heute gehört der Hafen dem Yacht Club Kassel, die Gebäude auf dem Foto gehören der Firma Transkal.

Kassel. Als ihnen der Brief der Bauaufsicht ins Haus flatterte, war es für die Mieter des ehemaligen Silo-Gebäudes am Kasseler Hafen ein Schock.

Mit Frist von einer Woche mussten die Räume vorerst stillgelegt werden. Betroffen sind ein Ton- und ein Fotostudio, mehrere Bands, die hier regelmäßig proben, und das Museum für Fuldaschifffahrt, das im April nicht wieder planmäßig öffnen kann.

Was ist passiert? Während einer Bauüberwachung am 25. Januar sei festgestellt worden, dass derzeit baurechtlich genehmigte Lagerräume als Aufenthaltsräume genutzt würden. Dies sei eine genehmigungspflichtige Nutzungsänderung, erläutert ein Sprecher der Stadt. Zudem seien erhebliche Mängel beim Brandschutz festgestellt worden. So seien die vorhandenen Stahltüren weder selbstschließend noch rauchdicht. „Insbesondere bei den derzeitigen Nutzungen im Gebäude (Vereins- oder Seminarräume, Museum oder Eventfläche Privatpartys), bei denen die Anzahl der Personen im Gebäude nicht eingegrenzt beziehungsweise eingeschätzt werden kann, kann die Rettung von Personen durch die Feuerwehr nicht sichergestellt werden“, heißt es. Erst nach Umsetzung eines genehmigten Brandschutzkonzeptes könne eine Nutzung wieder erlaubt werden.

Das Brandschutzkonzept sei sofort in Auftrag gegeben worden, sagt Claudia Luckau, Geschäftsführerin der Firma Transkal, der das unter Denkmalschutz stehende ehemalige Hafen-Gebäude gehört. Auch sei man bereits dabei, Angebote für Feuerschutztüren und eine neue Beleuchtung im Treppenhaus einzuholen. Bis alles umgesetzt und genehmigt sei, könnte es aber August werden, fürchtet die Geschäftsführerin.

Museumseröffnung im Jahr 2013: Alexander Lorch, Hessens Justizministerin Eva Kühne-Hörmann und Herbert Hofmann bewunderten das Modell des Dampfers Elsa.

Von der aktuellen Entwicklung sei man überrascht worden, so Claudia Luckau. Bereits in frühereren Jahren habe es immer mal wieder Begehungen gegeben und darauf hin auch Auflagen wie zusätzliche Feuerlöscher. „Wir hatten nicht mit einer sofortigen Nutzungsuntersagung gerechnet“, sagt sie. Vor allem für die Mieter sei dies nun eine schwierige Situation.

Tim Müller vom Fotostudio Fotoloft zum Beispiel weiß noch nicht, wie es weitergehen wird. „Langfristig würden wir gerne bleiben“, sagt er. Die Lage des Gebäudes, das einen wunderbaren Charme habe, sei einmalig in Kassel, und die Miete bisher relativ günstig. Für die zwölf Bands, die zum Teil früher in der Salzmannfabrik eine Bleibe hatten und hier proben, seien die Räume ebenfalls ideal.

Auch der Museumsverein Fuldaschifffahrt hofft darauf, dass sich auf einem konstruktiven Weg in absehbarer Zeit eine Lösung finden wird. Auf 250 Quadratmetern hatten die Vereinsmitglieder im Jahr 2013 ein Museum in der dritten Etage eröffnet, das an die Geschichte der Fuldaschifffahrt erinnert. Bereits vor der Eröffnung habe man die Räume von Brandschutzexperten prüfen lassen, sagt Vereinsvorsitzender Alexander Lorch. So seien Hinweise auf Rettungswege und Feuerlöscher angebracht worden.

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