Altmarkt-Gutachten: Nur drei statt vier Fußgängerüberwege

Kassel. Die Altmarkt-Kreuzung wird nach dem Umbau zu einer dauerhaften Belastung für Umwelt und Verkehrsteilnehmer. So bewertet die CDU-Rathausfraktion die Ergebnisse einer verkehrstechnischen Untersuchung.

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Die beratenden Ingenieure für Verkehrs- und Straßenwesen der Dr. Brenner Ingenieurgesellschaft mbH (Aalen/Stuttgart) hatten nach einer grundlegenden Untersuchung im Jahr 2005 im Auftrag der Stadt Kassel im Jahr 2008 noch eine zusammenfassende und vergleichende Übersicht und Gegenüberstellung der verschiedenen Umbau-Varianten geliefert.

Wir dokumentieren auf dieser Seite die Berechnungen der Fachleute für die derzeit angestrebte Variante mit drei neuen Fußgängerüberwegen über Brüderstraße, Kurt-Schumacher-Straße und Weserstraße.

Die ursprünglich angestrebte Variante mit einer weiteren Querungsmöglichkeit über die Straße An der Fuldabrücke und damit insgesamt vier neuen Fußgängerüberwegen kann nicht gebaut werden.

Im November 2008 hatte die hessische Landesregierung diese Umbaupläne gekippt. Das Amt für Straßen- und Verkehrswesen (ASV) hatte das Vorhaben als nicht förderungsfähig eingestuft, weil nach dem Umbau der Altmarkt-Kreuzung dort mit einem Verkehrschaos zu rechnen gewesen wäre.

Vor einem Jahr einigten sich das ASV und die Stadt auf einen Kompromiss. Die Stadt kann am Altmarkt nun drei Überwege für Fußgänger schaffen. Der Umbau gilt als förderfähig, die Stadt hofft auf einen Finanzzuschuss des Landes in Höhe von 80 Prozent der Kosten.

Der Verkehr auf der hochbelasteten Kreuzung wird durch die Fußgängerüberwege an Brüderstraße, Kurt-Schumacher- und Weserstraße allerdings weiter eingeschränkt. Deshalb sei nach dem von SPD und Grünen beschlossenen Umbau mit zusätzlichen Wartezeiten und mehr Luftschadstoffen zu rechnen, kritisiert Dominique Kalb, verkehrspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion.

Kalb hat ausgerechnet, dass sich die mittleren Wartezeiten für Fußgänger, öffentlichen Nahverkehr und Autos nach dem Umbau um 36 Prozent erhöhen. Die Rückstaulängen an der Kreuzung würden sich um 23 Prozent erhöhen. Weil es zudem keine Ausweichrouten gebe und keine Reduzierung des Verkehrsaufkommens in Sicht sei, lehne die CDU den Umbau mit drei neuen Fußgängerüberwegen weiterhin ab.

Die Verkehrsplaner im Rathaus rechnen nach dem Altmarkt-Umbau östlich der Fulda mit zunehmenden Staus auch auf der Leipziger Straße vor der Fuldabrücke sowie rund um den Großen Kreisel (Platz der Deutschen Einheit). Zeitweise wäre nach Einschätzung des Straßenverkehrsamtes die Fahrt über Dresdener Straße und Hafenbrücke die schnellere Route, um künftig über den Altmarkt zu kommen.

Von Jörg Steinbach

Rubriklistenbild: © Fischer

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