Denkmal wurde 1959 eingeweiht

Altmarkt: Platz und Zisselbrunnen wurden saniert

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Saniert: Der Zisselbrunnen und der Vorplatz am Altmarkt wurden im Zuge des Altmarktumbaus auf Vordermann gebracht. Auf dem Foto machen sich Stadtbaurat Christof Nolda (von links), Uwe Bischoff vom Straßenverkehrsamt, Oberbürgermeister Bertram Hilgen, Zisselpräsidentin Janine Herr und Vizepräsidentin Jenna Nenninger ein Bild vom Ergebnis.

Kassel. Am 24. Juni 1959 wurde auf dem Altmarkt der Zisselbrunnen eingeweiht: Im Zuge des Altmarkt-Umbaus wurden Brunnen und der Vorplatz jetzt saniert und umgestaltet. 

Arschbombe am Altmarkt: Diese Aufnahme wurde im Jahr 1967 gemacht.

Als der Zisselbrunnen am Altmarkt vor 56 Jahren eingeweiht wurde, war es für Ephesus und Kupille ein Schlag ins Wasser. Eigentlich sollte das Bauwerk nach den Kasseler Originalen benannt werden – so wollte es der damalige Chef des Kasseler Bauamtes. Lange wurde in der Stadt darüber gestritten. Letztlich wurde aus dem „Ephesus-und-Kupille-Brunnen“ nichts. Mit dem Zisselbrunnen freundeten sich die Kasseler in den Folgejahren aber ebenso an.  Die „Insel der Ruhe“ am belebten Altmarkt, wie sie bei ihrem Bau bezeichnet wurde, ist im Zuge des nun abgeschlossenen Kreuzungsumbaus modernisiert worden. Allein in den Brunnen wurden 27.000 Euro investiert. Damit hat die Aufenthaltsqualität des Platzes zugenommen. Angesichts der stark befahrenen Kreuzung lud die Fläche zuletzt nicht zum Verweilen ein.

Lesen Sie mehr über den Zisselbrunnen in unserem Regiowiki.

Als der Brunnen am 24. Juni 1959 eingeweiht wurde, waren Staus und Verkehrschaos in Kassel noch kein Thema. Davon zeugt auch der Artikel aus unserer Zeitung, der zur Einweihung des Brunnens erschien. Darin heißt es: „Lange Fahrzeugschlangen, wie man sie sonst am Altmarkt nicht kennt, bildeten sich am Mittwoch zur Einweihung des Zisselbrunnens.“

Bier im Brunnen gekühlt

Kühner Sprung: Das Foto entstand am 30. Juli 1978 bei 30 Grad am Zisselbrunnen zum Start des Zissels.

Dies zeigt aber, welche Aufmerksamkeit der Brunnen seinerzeit bei den Kasselern erregte: In den folgenden Jahren sollte er beim Zissel zum Lagern von Bier dienen und Kinder wie Erwachsene nutzten ihn als Planschbecken. Vor allem zu Zisselzeiten ging es dort feucht-fröhlich zu. Mehrfach musste der Brunnen wegen Beschädigungen repariert werden.

Die Jahrzehnte überstanden hat die alte Zissel-Linde, die vor 56 Jahren neben dem Brunnen gepflanzt wurde. Auch der goldene Zissel-Häring aus der Werkstatt des Kasseler Kunstschmiedemeisters Heinrich Cornelius erstrahlt dank Restaurierung noch immer. Er diente als Vorlage für das heutige Zissel-Symbol.

Ephesus und Kupille gingen übrigens nicht ganz leer aus. Ihre Köpfe sind im Sandstein des Brunnens verewigt. Statt Kasseler Mundart sprudelt aus ihren Mündern Kasseler Wasser. Böse Stimmen behaupten, es handele sich gar nicht um die Saufbrüder, sondern um den „Fischer und seine Frau“ aus dem gleichnamigen Märchen der Brüder Grimm. Die Bildhauer hatten die Deutung seinerzeit offen gelassen.

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