Altmarkt-Umbau: Planer schlagen vor, Verkehr auf der Fuldabrücke zu entzerren

Altmarkt: Weitere Spur als möglicher Ausweg aus dem Stau

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Der Altmarkt soll umgebaut werden: Um den Verkehr aus dem Kasseler Osten zu entflechten, haben die Planer eine dritte Fahrspur auf der Fuldabrücke ins Spiel gebracht.

Kassel. Spurrillen, Risse, Wasserlachen auf der Fahrbahn: Der Altmarkt, einst modernste Kreuzung Europas, ist in die Jahre gekommen und soll umgebaut werden. Den Planern schweben nun drei mögliche Lösungen vor.

Die Fachleute im Amt für Straßenverkehr und Tiefbau haben alles noch einmal auf den Prüfstand gestellt. Sie sind zu dem Ergebnis gekommen, dass sich Staus und längere Wartezeiten für den Verkehr aus dem Kasseler Osten nur dann verkürzen lassen, wenn

• zusätzliche Fahrspuren entstehen,

• der Verkehr von der Fuldabrücke in Richtung Brüderstraße durch einen Tunnel unter der Kreuzung geführt oder

• verlagert beziehungsweise umgeleitet wird. Eine dritte Fahrspur auf Kosten des „überbreiten Gleiskörpers“ vor dem Holzmarkt könnte aus Sicht der Planer für mehr Übersicht sorgen, sodass sich Autofahrer rechtzeitig in die gewünschte Richtung einordnen. Ob der Verkehr dadurch schneller abgewickelt werden kann, sei aber fraglich. Die Verkehrsplaner schlagen vor, den Umbau abzuwarten und die zusätzliche Spur gegebenenfalls später einzurichten.

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Die anderen Möglichkeiten schließen sie aus. Ein Tunnel müsste aufgrund der kurzen Strecke eine derart starke Neigung haben, dass sie für den Kfz-Verkehr nicht mehr zulässig sei. Eine Alternativroute könne es für einen Hauptverkehrsknotenpunkt wie den Altmarkt nicht geben. Die Schäden sind so groß, sagen die Fachleute, dass Reparaturen nichts mehr bringen. Die Straßenabschnitte und Gehwege am Altmarkt müssen von Grund auf erneuert werden. Fußgängertunnel und Treppen sind ebenfalls marode. Die Stadt will die Gelegenheit nutzen, um Überwege für Fußgänger und sichere Verbindungen für Radfahrer zu schaffen. Die Pläne sind umstritten, der Umbau in einem ersten Anlauf an einer Finanzierungslücke gescheitert.

Impression vom Altmarktumbau in Kassel

Altmarktumbau in Kassel
Zurzeit wird am Altmarkt gebaut. Größte Veränderung sollten drei neue Fußgängerüberwege sein, die auf einem der verkehrsreichsten Kasseler Knotenpunkte entstehen sollen. © Archivfoto HNA
Altmarktumbau in Kassel
Der Altmarktumbau in Kassel war allerdings umstritten. Diskutiert wurde, ob ein überirdischer Weg für Fußgänger und Radfahrer sinnvoller ist, als eine Unterführung. © Archivfoto HNA
Altmarktumbau in Kassel
Erst war für das Projekt von Kosten in Höhe von insgesamt zwei Millionen Euro die Rede. Mittlerweile heißt es, der Umbau dürfte knapp 4 Millionen Euro kosten. © Archivfoto HNA
Altmarktumbau in Kassel
Der Altmarkt aus der Luft. © Herzog/Flugschule Kassel, Uwe Knabe
Altmarktumbau in Kassel
Wegen des Umbaus kommt es Altmarkt immer wieder zu langen Staus. © Archivfoto HNA
Altmarktumbau in Kassel
Zeitweise staute es sich die gesamte Frankfurter Straße bis zum Weinberg entlang. © Archivfoto HNA
Altmarktumbau in Kassel
Um sie geht es: Die Unterführung sollte beseitigt werden, um drei Überwege für Fußgänger und Radfahrer anzulegen. So sollten sie mit dem motorisierten Verkehr gleichgestellt werden. © Archivfoto HNA
Altmarktumbau in Kassel
Nicht mehr zeitgemäß? Der Altmarkt soll barrierefrei werden. © Archivfoto HNA
Altmarktumbau in Kassel
Um Wartezeiten und Staus an der künftigen Altmarkt-Kreuzung zu verringern, denkt die Stadt außerdem über die Verlegung von Buslinien nach. © Archivfoto HNA
Altmarktumbau in Kassel
Wegen des Altmarktumbaus muss einer der Beys-Bäume fallen. © Archivfoto HNA
Altmarktumbau in Kassel
Im Dezember 2006 verlor der Platz seinen 50er-Jahre-Charakter. Mit dem zu dieser Zeit begonnenen Abriss des 1957 errichteten Polizeipräsidums und dem Bau des neuen Finanzzentrums begann auch hier das 21. Jahrhundert. © Archivfoto HNA
Altmarktumbau in Kassel
Dieser wichtige Verkehrsknotenpunkt verknüpft und verteilt Verkehrsströme aus allen Richtungen. © Archivfoto HNA
Altmarktumbau in Kassel
1959 sah es am Altmarkt so aus. © Stadtmuseum
Altmarktumbau in Kassel
Ursprünglich hieß der Altmarkt "Altstädter Marktplatz". © Archivfoto HNA
Altmarktumbau in Kassel
Der Altmarkt teilt das Schicksal aller großen, zentralen Plätze. Einst war er Mittelpunkt der Stadt, hier wurde 1408 das Rathaus errichtet und 1837 wieder abgerissen. © Archivfoto HNA

Dass er kommt, daran hat auch Kassels neuer Stadtbaurat keinen Zweifel gelassen. „Zum Finanzamt am Altmarkt muss man zumindest hinkommen, ohne dabei Leib und Leben zu gefährden“, hatte Christof Nolda (Grüne) in seiner Vorstellungsrede vor den Stadtverordneten gesagt. Dass sich daran nach seinem Amtsantritt im Januar schnell etwas ändert, ist allerdings nicht zu erwarten. Wegen der documenta verbietet sich 2012 eine Großbaustelle. 2013 feiert Kassel sein Stadtjubiläum und den Hessentag. Danach könnte der Umbau beginnen. Auf die lange Bank schieben wird der neue Baudezernent das Thema sicher nicht. Die Grünen haben schon vor Jahren mit einer Demonstration auf fehlende Überwege am Altmarkt aufmerksam gemacht.

Das Landesfest geht im Juni 2013 über die Bühne. Die Sommerferien beginnen im Juli und dauern bis Mitte August. Zeit genug, um das Gros der Arbeiten in der verkehrsarmen Ferienzeit zu erledigen. Zu normalen Zeiten rollen täglich mehr als 60.000 Fahrzeuge über den Altmarkt.

Aus dem Archiv: Viele Staus am Altmarkt

Aus dem Archiv: Mehr Baustellen in Kassel

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