Geburtenrate bleibt stabil

Alvins Geburt war die 1000. im Diakonissen-Krankenhaus in Kassel

Runde Zahl zum Glück: Die Geburt des kleinen Alvin war die 1000. im Diakonissen-Krankenhaus in diesem Jahr. Unser Foto zeigt ihn mit seinen Eltern Kerstin und Heiko Methe. Fotos: Berens

Kassel. Das Einzugsgebiet hat sich geändert, nicht aber die Geburtenrate: Am vergangenen Wochenende hat es in den Agaplesion Diakonie Kliniken die 1000. Geburt gegeben.

Das historische Datum, den 17.07.2017, hat der kleine Alvin knapp verpasst: Schon am Sonntag ist er in den Agaplesion Diakonie Kliniken Kassel auf die Welt gekommen. Eine stolze Zahl kann der kleine Mann trotzdem vorweisen: Seine Geburt war die 1000. in diesem Jahr im Diakonissen-Krankenhaus. Die glücklichen Eltern des kleinen Alvin haben sich bewusst für einen wohnortnahen Standort entschieden: „Wir schätzen die kurzen Wege und die familiäre Atmosphäre hier“, sagen Kerstin und Heiko Methe, die in Wehlheiden leben.

Vor einem Jahr, im Juni 2016, wurde die Dr. Koch-Frauenklinik mit den Abteilungen Geburtshilfe und Pränatalmedizin in das neu gebaute Diakonissen-Krankenhaus im Vorderen Westen integriert. „Ich gestehe, ich war anfangs skeptisch“, verrät Chefarzt Dr. Wouter Simoens, seit 2012 Chefarzt der Geburtshilfe und Pränatalmedizin. Wie würde sich der neue Standort auf die Zahl der Geburten auswirken? Allen Unkenrufen zum Trotz, habe sie sich nicht halbiert: Im vergangenen Jahr wurden am alten und neuen Standort 1921 Geburten registriert, in diesem Jahr waren es bereits 1000 (Stand 16. Juli), freut sich Simoens. Anders als im Klinikum Kassel finden an der Herkulesstraße keine Frühgeburten statt – werdende Mütter werden erst ab der 35. Schwangerschaftswoche aufgenommen.

„Die neuen Kreißsäle sind enorm gut angekommen“, sagt Simoens. Er schätzt vor allem die Nähe zu den anderen Abteilungen, in die die Geburtsklinik nun eingebunden ist. „Hier ist alles vor Ort, zum Beispiel auch das Labor für Blutuntersuchungen.“

Am Personalschlüssel hat sich nichts geändert: Sechs Oberärzte kümmern sich um die Patientinnen, hinzukommen 10,5 Assistenzstellen. Auch arbeite man mit einigen Belegärzten zusammen. Rund um die Uhr sind täglich neun festangestellte Hebammen im Einsatz (eine davon in nächtlicher Rufbereitschaft). Ab kommender Woche wird es zudem wieder die Möglichkeit der Beleggeburt geben. Geschäftsführung und freiberufliche Hebammen haben neue Verträge ausgehandelt. „Ein kommunales Krankenhaus muss etwas bieten, was eine kommunale Klinik nicht hat“, findet Simoens. Die Möglichkeit einer Beleggeburt – 230 sind es jährlich – sei ein Alleinstellungsmerkmal. „Aber unsere festangestellten Hebammen machen auch eine hervorragende Arbeit.“

Dies wusste auch Kerstin Methe zu schätzen: Schnell war die Wehlheiderin am Samstag in der Geburtsklinik, nachdem die Wehen eingesetzt hatten. Eilig hatte es der kleine Alvin gleichwohl nicht. Erst am Sonntagmittag war er mit 54 Zentimetern und 3445 Gramm auf die Welt gekommen. Als ob er geahnt hätte, dass er ein Jubiläumsbaby wird.

Ab 24. Juli gibt es wieder Beleggeburten

Ab dem 24. Juli wird es im Diakonissen-Krankenhaus wieder die Möglichkeit geben, mit der eigens mitgebrachten Hebamme zu entbinden. Wie berichtet, waren die Verträge mit den 13 selbstständig tätigen Hebammen Ende April gekündigt worden. „Es geht dabei um das Einhalten der aktuellen Rechtsprechung – der neue Vertrag ist so in ganz Deutschland üblich“, erläutert Stefanie Eilingsfeld, Geschäftsführerin der Agaplesion Diakonie Kliniken. Die freiberuflichen Hebammen waren mit dem neuen Vertrag nicht einverstanden gewesen und ließen diesen über den Anwalt des Beleghebammenverbandes überarbeiten. „Dieser Vertrag ist für uns nun konsensfähig“, sagt Eilingsfeld. „Er entspricht inhaltlich dem, was wir angeboten haben.“ Letzte Gespräche am Montag seien für beide Seiten positiv gewesen, berichtet Hebamme Anne Hartmann. Sie und ihre Kolleginnen von der Hebammenpraxis Harleshausen werden wie in den Vorjahren eine „geburtshilfliche Sommerpause“ einlegen und Beleggeburten erst ab Oktober anbieten. Für die anderen Beleghebammen geht es nächste Woche offiziell weiter. 

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