5500 Fälle im Kreis erwartet

Demenz: Fälle nehmen in der Region rasant zu - 3800 erkrankte bis 2025

Kassel. Die Zahl der Menschen mit Demenz wird in den nächsten Jahren im Raum Kassel rasant steigen. Für die Stadt wird bis 2025 ein Anstieg um 24 Prozent prognostiziert, für den Landkreis um 37 Prozent. Das geht aus einer aktuellen Studie des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung hervor.

Demnach würden dann in der Stadt etwa 3800 Betroffene leben, im Kreis 5500.

Die Zunahme hängt mit der älter werdenden Gesellschaft zusammen. Ab dem Alter von 65 Jahren steigt das Risiko, an einer Form von Demenz zu erkranken, steil an. Der Pflege- und Betreuungsbedarf der Betroffenen, die desorientiert und verwirrt sind, ist sehr hoch. Daher rechnen Stadt und Kreis auch mit steigenden Kosten für die sogenannte Hilfe zur Pflege, wenn die Betroffenen und ihre Angehörigen ihren Anteil an den Pflegekosten nicht selbst tragen können. Schon jetzt betragen die Kosten für diese Sozialleistung im Kreis 11,5 Mio. Euro. Die Stadt konnte die aktuellen Zahlen am Freitag nicht nennen.

Zudem sind mehr Altersheime und ambulante Angebote nötig, um die steigende Zahl Demenzkranker zu versorgen. Dadurch steigt auch der Bedarf an qualifiziertem Pflegepersonal, das bereits jetzt Mangelware ist. Weil viele Demenzkranke zudem einer zu niedrigen Pflegestufe zugeordnet werden, kommen die Heime zunehmend in Bedrängnis. Die Pflegekräfte seien zunehmend überlastet, weil sie mit den Betroffenen wesentlich mehr Aufwand haben, als über den Pflegesatz erstattet wird, sagt Michael Schmidt, Geschäftsführer der Awo-Nordhessen, die acht Pflegeheime in der Region unterhält.

„Wir brauchen dringend einen neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff, der sich nicht nur an körperlichen Gebrechen orientiert.“ Auch der Ausbau von Präventionsprojekten und Angeboten zur Begleitung und Entlastung pflegender Angehöriger müsse weiter vorangetrieben werden, sagt Andreas Hannig vom städtischen Referat für Altenhilfe.

Rubriklistenbild: © dpa

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