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Abriss der Kasseler Sparkasse: Am Ende bleiben 8000 Tonnen Schutt

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Von: Bastian Ludwig

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So soll es werden: Der Entwurf des Büros Atelier 30 aus Kassel. Im Vordergrund die Spohrstraße.
So soll es werden: Der Entwurf des Büros Atelier 30 aus Kassel. Im Vordergrund die Spohrstraße. © Büro Atelier 30

Beim Anblick des Sparkassengebäudes an der Kölnischen Straße kommen einem fast zwangsläufig Bilder von Kriegsschauplätzen oder Katastrophen in den Sinn. Von dem ehemaligen Beratungscenter ist nur noch eine Ruine übrig.

Kassel - Kabel hängen aus den aufgerissenen Wänden, Stahlträger ragen verbogen in die Luft, und der Boden bebt unter der Arbeit der Kettenbagger: In wenigen Wochen haben sich diese mit Abbruchzangen durch das Gebäude gefressen. Ende Juli sollen davon nur noch 8000 Tonnen Schutt übrig sein.

„Mit den Abrissarbeiten liegen wir gut im Zeitplan“, sagt Sparkassen-Sprecherin Katrin Westphal. Die oberirdischen Abrissarbeiten, mit denen die Firma Schnittger aus Baunatal beauftragt wurde, sollen in drei Wochen beendet sein. Aus Sicherheitsgründen wurde zweimal nachts gearbeitet, um etwa die oberen Stockwerke am Flügel Spohrstraße und den überhängenden Gebäudeteil an der Kölnische Straße/ Ecke Spohrstraße abzutragen. So wurde die Gefährdung für Passanten minimiert. Weitere Nachtarbeiten sind derzeit nicht geplant.

Für die Abfahrt von 8000 Tonnen Schutt werden noch etliche Lastwagen rollen müssen. Weil der Schutt nicht direkt auf der Baustelle recycelt werden kann, passiert das hauptsächlich bei der Firma Schnittger. Die Entsorgung werde gutachterlich überwacht, so die Sprecherin.

Abrissbagger frisst sich durch das Gebäude: Stück für Stück verschwindet die Kasseler Sparkasse.
Abrissbagger frisst sich durch das Gebäude: Stück für Stück verschwindet die Kasseler Sparkasse. © Bastian Ludwig

Einen Teil des Abbruchmaterials soll als Aufbau des Polsters unterhalb der neuen Bodenplatte verwendet werden. Ansonsten ist die Sparkasse einer Empfehlung der Planer gefolgt und wird die bestehende Bodenplatte weiter nutzen und nur entsprechend erweitern. Dies sei aus konstruktiver und nachhaltiger Sicht sinnvoll, so die Sparkassen-Sprecherin.

Wenn weiter alles nach Plan läuft, soll im September die Baugrube für den Sparkassen-Neubau stehen. Kurz vorher wird für die Nutzer des Parkhauses an der Kölnischen Straße eine asphaltierte Interimsstraße entlang der Kirche der evangelischen Friedenshof-Gemeinde gebaut. Aktuell gibt es eine Schotter-Zufahrt zum Parkhaus über die Baustelle.

Blick aus der Spohrstraße: Der Neubau wird sich künftig bis zur Einmündung Kleine Rosenstraße an der Spohrstraße entlang erstrecken.
Blick aus der Spohrstraße: Der Neubau wird sich künftig bis zur Einmündung Kleine Rosenstraße an der Spohrstraße entlang erstrecken. © Bastian Ludwig

Im Herbst kann dann mit den eigentlichen Bauarbeiten am S-Finanzcampus begonnen werden. Das Gebäude besteht aus einem achtstöckigen Hochhaus, das an der Ecke Kölnische Straße/ Spohrstraße stehen wird. Zudem wird sich ein fünfstöckiger Flügel entlang der Spohrstraße erstrecken. Dieser reicht bis zur Einmündung Kleine Rosenstraße.

Mit dem Neubau, in dem die Standorte Wolfsschlucht und Kölnische Straße vereint werden, wird die Kasseler Sparkasse 40 Prozent ihrer bisherigen Flächen einsparen. Denn die Hauptstelle an der Wolfsschlucht wird nach dem Umzug im Jahr 2024 geschlossen. Mehr als 500 Mitarbeiter sollen in dem vom Kasseler Büro Atelier 30 entworfenen Gebäude künftig arbeiten. (Bastian Ludwig)

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