Ambulanz folgt Druckerei

Sanierung des Schanze-Gebäudes fast abgeschlossen 

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Alles neu: In die ehemalige Druckerei an der Kohlenstraße soll eine Ambulanz kommen.

Wehlheiden. Gut Ding will Weile haben. Diese Weisheit haben sich vielleicht auch Immobilienmakler Karl-Heinz Kruse und sein Sohn Marcel zu Herzen genommen, als sie Ende 2010 die ehemalige Druckerei Schanze an der Kohlenstraße gekauft haben.

Mehrmals kündigten die beiden in den vergangenen Jahren an, dass das zu einem Schandfleck gewordene Gebäude bald saniert und Mieter einziehen würden. Doch lange passierte wenig.

Jetzt steht die Sanierung des Gebäudes mit einer Gesamtfläche von 5800 Quadratmeter jedoch kurz vor dem Abschluss. „In acht Wochen werden die neuen Mieter aus dem medizinischen Bereich einziehen“, sagt Marcel Kruse. Auf drei Etagen soll eine Ambulanz einziehen. Wer Mieter ist, will Kruse nicht preisgeben. „Der lädt selbst zu einer Pressekonferenz ein.“

Im Erdgeschoss, an das eine große Außenterrasse gebaut wurde, soll zudem auf einer Fläche von 300 Quadratmeter ein Café beziehungsweise Bistro eröffnet werden. Ein Mietvertrag sei darüber noch nicht abgeschlossen worden, „doch wir haben vier bis fünf Interessenten für die Gastronomie“, sagt Kruse.

Allerdings seien in diesem Bereich wegen der Brandschutzbestimmungen noch Abstimmungen mit dem Bauamt der Stadt Kassel erforderlich.

Wie viel das Unternehmen in das Objekt investiert hat, darüber wird geschwiegen. Anfang 2012 hatte Kruse gesagt, dass es sich um mehrere Millionen Euro handele. Von der alten Druckerei ist nämlich nur der Rohbau - eine Art Gerippe - übrig geblieben: Dach, Fenster, Fassade, Heizung, Elektroleitungen und Außenanlagen sind komplett neu.

Sobald das Gebäude bezogen ist, werde man sich wieder von dem Objekt trennen, sagt Kruse. „Wir sind Makler, wir machen das immer so. Kaufen, sanieren und wieder verkaufen.“ Es gebe aber bereits mehrere Investoren, die daran Interesse hätten, das Gebäude mit Mietverhältnissen zu übernehmen.

Dem Rentner Werner Knobloch, der jeden Tag an dem Haus vorbeispaziert, gefällt das Ergebnis. „Ich habe mich jahrelang an dem Anblick gestört. Es freut mich, wie schön alles geworden ist.“

Auch Wehlheidens Ortsvorsteher ist angetan. „Die Kruses haben die ehemalige Druckerei wieder gut hergerichtet. Ich habe allerdings Zweifel, ob hier wirklich langfristige Mietverhältnisse zustande kommen“, sagt Norbert Sprafke. Bislang habe man sich auf die Ankündigungen von der Familie Kruse nicht verlassen können.

Von Ulrike Pflüger-Scherb

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