360 Zuschauer in Kassel zugelassen

Amokfahrer von Volkmarsen: Megaprozess beginnt in den Messehallen Kassel

Hessens größter Gerichtssaal: Bei dem Verfahren der Sechsten Strafkammer des Kasseler Landgerichts, das am Montag (03.05.2021) in den Messehallen Kassel beginnt, ist Platz für 360 Zuschauer und 48 Pressevertreter.
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Hessens größter Gerichtssaal: Bei dem Verfahren der Sechsten Strafkammer des Kasseler Landgerichts, das am Montag (03.05.2021) in den Messehallen Kassel beginnt, ist Platz für 360 Zuschauer und 48 Pressevertreter.

So einen Prozess hat Kassel noch nicht erlebt: Am Montag beginnt in den Messehallen die Verhandlung gegen den Amokfahrer von Volkmarsen. 360 Zuschauer sind zugelassen.

Kassel/Volkmarsen – 360 Zuschauer und 48 Pressevertreter können den lang erwarteten Strafprozess gegen den Amokfahrer aus Volkmarsen ab Montag verfolgen. Dem 30-jährigen Maurice P. wird vorgeworfen, am 24. Februar 2020 seinen Mercedes Kombi in die Zuschauermenge des Rosenmontagsfestzugs in Volkmarsen gesteuert zu haben.

Am Montag um 9 Uhr beginnt der Prozess vor der Sechsten Strafkammer des Kasseler Landgerichts, das dafür extra die Halle 5 der Messehallen an der Damschkestraße angemietet hat. Nach Angaben von Michael Achtert, Sprecher des Hessischen Justizministeriums, ist das der größte externe Sitzungssal, den das Land während der Corona-Pandemie für eine Gerichtsverhandlung angemietet hat.

Prozess zur Amokfahrt in Volkmarsen startet: Gerichtssaal ist 2900 Quadratmeter groß

Der Aufbau des Gerichtssaals mit Eingangskontrolle habe eine Woche gedauert, sagt Juliane Umbach, Geschäftsführerin der Messegesellschaft. Allein der mit neuester Technik ausgestattete Sitzungssaal ist 2900 Quadratmeter groß. Da man nicht wisse, wie viele Menschen den Prozess verfolgen wollen, habe man die Halle für vier Verhandlungstage gebucht, so Cornelia Koslowski, Geschäftsleiterin des Landgerichts. Bei Bedarf bestehe die Option auf Verlängerung.

Es handelt sich um ein wahres Mammutverfahren – und das nicht nur wegen der Größe des Sitzungssaals: Der Angeklagte muss sich wegen des Vorwurfs des versuchten Mordes in 91 Fällen und der gefährlichen Körperverletzung in 90 Fällen verantworten. Die Schwurgerichtskammer hat zunächst 32 Prozesstage angesetzt, um die vielen Zeugen und Sachverständigen zu hören, die helfen sollen, den Sachverhalt korrekt darzustellen. Er habe noch nie ein Verfahren gehabt, in dem von der Staatsanwaltschaft so viele Zeugen benannt worden sind, so der Vorsitzende Richter Volker Mütze.

Neben der Sechsten Strafkammer sind zwei Vertreter der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt, fünf Nebenkläger, eine Sachverständige sowie der Angeklagte mit seinen Verteidigern Bernd Pfläging und Susanne Leyhe aus Kassel vor Ort. (Ulrike Pflüger-Scherb und Elmar Schulten)

Bis heute schweigt der mutmaßliche Täter zu seinen Gründen zur Amokfahrt in Volkmarsen.

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