Amt: "Verkehrsnetz ist zu komplex"

Ampeln: Grüne Welle ist nur in Ausnahmefällen möglich

Kassel. Auf der „grünen Welle“ in zehn Minuten quer durch die Stadt: Dieser Autofahrerwunsch wird sich nach Auskunft des Kasseler Straßenverkehrsamtes nicht erfüllen lassen. Das Straßennetz sei zu komplex, die Verkehrsströme zu unterschiedlich, als dass alle Ampeln auf der jeweiligen Strecke freie Fahrt gewähren könnten.

„Eine grüne Welle ist nicht immer das Optimum“, sagt Bernd Noll, Leiter der Verkehrssteuerung. Denn dies bedeute, dass andere – oft gleich starke – Verkehrsströme ins Stocken gerieten. Problem sei, dass jeder Autofahrer nur die eigene „grüne Welle“ im Blick habe. Weil auch andere Autofahrer, Radfahrer, Fußgänger, Busse und Straßenbahnen bei der Verkehrssteuerung berücksichtigt werden müssten, sei die freie Fahrt nur in Ausnahmen zu gewährleisten.

In Kassel wird der Verkehr durch 214 Signalanlagen mit 3700 Ampeln geregelt. In den vergangenen 20 Jahren sind 14 hinzugekommen. „Wir versuchen, den Anstieg im Zaum zu halten“, sagt Heiko Lehmkuhl, stellvertretender Leiter des Straßenverkehrsamtes.

Auf einem Dutzend viel befahrenen Ein- und Ausfahrtsstrecken sind die Ampeln koordiniert. Dem Ideal der „grünen Welle“ entsprechen sie aber nicht. „Die grüne Welle ist in dem Moment durchbrochen, wo jemand die Fußgängerampel drückt oder eine Straßenbahn an die Kreuzung fährt“, sagt Noll. Der öffentliche Nahverkehr werde etwas bevorzugt, erhalte aber nicht in jedem Fall sofort Grün.

Die Ampelsteuerung berücksichtigt die Tageszeiten, etwa um die 70 000 Berufspendler täglich abzuwickeln. In der Stadt müssen Autofahrer maximal 100 Sekunden warten, bis die Ampel auf Grün springt. Nachts geht es oft schneller. Ein Problem ist aus Sicht des Straßenverkehrsamtes, dass das Verkehrsaufkommen in Kassel für die Größe der Stadt relativ hoch ist und einige Kreuzungen am Rande der Leistungsfähigkeit seien.

Von Bastian Ludwig

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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