Amt empfiehlt Distanzunterricht, Schulleiter müssen entscheiden

Kassel: An den meisten Schulen wird online gelernt, Kitas weiter für Notbetreuung offen

 An der Arnold-Bode-Schule fand wegen des Schnees kein Präsenzunterricht statt
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Lernen nur online: Auch an der Arnold-Bode-Schule fand wegen des Schnees kein Präsenzunterricht statt.

Die Schneemengen haben auch in den Abläufen von Schulen und Kindergärten für Probleme gesorgt. Das Staatliche Schulamt hatte am Sonntag empfohlen, am Montag auf Präsenzunterricht zu verzichten.

Kassel - Ohnehin sind in diesen Tagen nur die Schüler der Abschlussklassen und die Kinder, die die Notbetreuung besuchen, in den Schulen. Der Rest lernt über das Internet im Distanzunterricht. Auf vielen Internetseiten der Schulen war deshalb auch am Montag schon zu lesen, dass vor Ort kein Unterricht stattfindet. Darunter die Offene Schule Waldau, die Arnold-Bode-Schule und das Goethe-Gymnasium.

„Am Montagmorgen haben wir dann die Empfehlung, alle Schüler im Distanzunterricht zu unterrichten, bis zum Ende der Woche erweitert“, sagt Annette Knieling, Leiterin des Staatlichen Schulamtes. Letztendlich entscheiden die Schulleiter in Stadt und Kreis am Dienstag und Mittwoch, 9. und 10. Februar, darüber, ob Präsenzunterricht für die Abschlussklassen stattfindet. Je nach Wetterlage gilt das auch bis zum Freitag, 12. Februar.

Es gebe an einigen Schulen Probleme, die Schneemassen zu beseitigen. Zudem seien die zu erwarteten Temperaturen eine weitere Hürde für den Präsenzunterricht in den Schulen, so Knieling. „Die Einhaltung der Lüftungsempfehlung bei zum Teil zweistelligen Minusgraden ist im Prinzip nicht adäquat umzusetzen.“ Knieling weißt daraufhin, dass das Angebot der Notbetreuung, die für die Klassen 1 bis 6 eingerichtet wurde, nur im tatsächlichen Bedarfsfall wahrgenommen werden sollte.

„Wir haben bereits am Sonntagabend die Schüler der 13. Jahrgangsstufe benachrichtigt, dass sie am Montag nicht zur Schule kommen müssen“, sagt Johannes Werner, stellvertretender Leiter der Herderschule. „Ich bin derzeit alleine mit unserem Hausmeister in der Schule, der eifrig den Schnee wegschaufelt“, berichtete Werner am Morgen. Neben dem Schnee, der den Schulweg erschwert, sei auch die für die nächsten Tage vorhergesagten niedrigen Temperaturen ein Problem, da man momentan coronabedingt alle 15 Minuten lüften müsse.

An der Unterneustädter Grundschule heißt es: „Der Unterricht in der Corona-Notbetreuung findet bei uns ganz normal statt. Es sind ein paar Kinder weniger da als sonst, aber immer noch 40 Kinder an unseren beiden Standorten. Es sind auch ausreichend Lehrer da. Das liegt daran, dass wir mitten in der Stadt liegen und die Schulwege dementsprechend kurz sind.“

Was die Kindergärten betrifft, war es gestern gar nicht so einfach, einen Verantwortlichen ans Telefon zu bekommen. Zum Beispiel in der Evangelischen Kindertagesstätte Wolfsanger. Die Leiterin habe es aufgrund des Wetters nicht geschafft, die Stellvertreterin ebenfalls nicht, erklärt Carolin Reinbold. Nur drei von zehn Erziehern seien vor Ort. „Wir drei wohnen in der Nähe und konnten zu Fuß zur Arbeit gehen“, sagt Reinbold. Allerdings seien nur sieben Kinder da – meistens würden 20 gebracht.

In den Räumen der Rennfüchse war ebenfalls weniger los. Nur ein Drittel der Kinder sei da, von den Mitarbeitern habe die Hälfte zu Hause bleiben müssen, sagt Susanne Fuchs-Bebenroth, Leiterin der Einrichtung an der Goethestraße. Grundsätzlich sorge der Schnee für gute Stimmung. Es sei schön, dass es sich mal nicht nur um Corona drehe. Außerdem erleichtere der Schnee das Arbeiten: „Wir brauchen nicht zu Hotspots wie zum Herkules zu fahren, sondern können im Stadtteil bleiben. Die Kinder gehen nur vor die Tür und haben einen Riesenspaß.“  

Alexsandra Wöhner hatte bereits im Vorfeld die Eltern per E-Mail informiert und darum gebeten, die Kinder wenn möglich zu Hause zu lassen. Die Leiterin des Montessori-Kinderhauses „Sonnenschein“ an der Tischbeinstraße berichtet, dass sie selbst Probleme gehabt habe, von Sandershausen in die Südstadt zu fahren. Zwei ihrer Mitarbeiter – insgesamt sind es acht – seien zur Arbeit erschienen. Alle anderen hätten dem Wetter Tribut zollen müssen. Aber es seien nur fünf Kinder gekommen: „Von daher funktioniert die Notbetreuung ganz gut“, sagt Wöhner. Sie sei gespannt, wie sich die Woche weiter entwickelt.

Die städtischen Kitas sind grundsätzlich geöffnet, teilte die Stadt mit. In Einzelfällen hätten die Betreuungszeiten gekürzt werden müssen, da aufgrund der Witterung nicht ausreichend Personal den Weg zur Arbeit geschafft habe. Diese Regelung gelte auch für Dienstag. (Kathrin Meyer, Paul Bröker, Robin Lipke)

Am Montag hatten die Schneemassen an vielen Orten in Kassel für Chaos und Einschränkungen gesorgt.

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